Es gibt zwei deutsche Verbände des Sanitär- und Heizungshandwerks, die dafür plädieren, das KfW-Förderprogramm Altersgerecht Umbauen zu erweitern. Sowohl der Verband Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) als auch der Zentralverband Sanitär Heizung fordern, dass die Förderung auf 225 Millionen Euro verdreifacht werden soll.

Wenn Wohnungen beizeiten seniorengerecht und behindertengerecht ausgebaut werden würden, so könnten die öffentlichen Haushalte auf längere Sicht entlastet werden, so lautet die Argumentation der beiden Verbände. Bei einer gezielten Förderung eines selbstbestimmten Lebens im eigenen Zuhause könnten langfristig teurere Ausgaben für eine eventuelle spätere Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung umgangen werden.

Fördermittel bereits ausgeschöpft

Das Förderprogramm gewährte im Jahr 2016 Investitionszuschüsse von 50 Millionen Euro und in 2017 haben sich diese auf 75 Millionen Euro erhöht. Diese Investitionszuschüsse sind jedoch schon zur Jahresmitte komplett ausgeschöpft gewesen. Dank dieser Fördermittel sind im laufenden Jahr bereits Investitionen von mehr als 1,6 Milliarden Euro ins Rollen gebracht worden, was mehr als das Zwanzigfache des Fördervolumens pro Jahr bedeutet. Gemäß den Zahlen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit seien seit Oktober 2014, dem Datum, an dem das Förderprogramm Altersgerecht Umbauen wiedereingeführt wurde, etwa 110.000 Anträge für Wohnungsumbauten genehmigt worden.

Es müssten 2,9 Mio. mehr Wohnungen bis 2030 umgebaut werden

Aktuelle Zahlen liegen nicht vor. Aus diesem Grund gibt das Ministerium, das von Barbara Hendricks (SPD) geleitet wird, für das Jahr 2013 die Anzahl der barrierefreien Wohnungen mit etwa 700.000 Wohnungen an. Das seien lediglich rund 2 Prozent von dem gesamten Bestand an Wohnungen. Somit seien 49 von 50 Wohnungen ungeeignet für Senioren, die ein barrierefreies Zuhause benötigen. Laut des Bauministeriums sei es notwendig, bis zum Jahr 2030 zusätzlich 2,9 Millionen Wohnungen so umzubauen, dass diese keine Barrieren aufweisen.

Die vom Bauministerium bezifferten 2 Prozent sei die Zahl der Wohnungen, die generell seniorengerecht und barrierefrei seien. Die beiden Verbände des Sanitär- und Heizungshandwerks haben beim Meinungsforschungsinstitut Forsa eine Untersuchung in Auftrag gegeben, laut der aktuell in den insgesamt 36 Millionen Wohnungen in Deutschland rund 6 Millionen Badezimmer seniorengerecht eingerichtet seien. Damit sei in jeder sechsten Wohnung ein Badezimmer vorhanden, das Rollatornutzer oder Rollstuhlfahrer nutzen können.

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