Es gibt vielfältige Gründe, warum ein Mieter untervermieten möchte. Hier verraten wir Ihnen, was es dabei zu beachten gibt.

Einverständnis des Vermieters erforderlich

Zunächst einmal muss der Hauptmieter das Einverständnis des Vermieters einholen, und zwar am besten schriftlich. In den Fällen, in denen der Mieter ein berechtigtes Interesse daran hat, die Wohnung unterzuvermieten, muss der Vermieter üblicherweise seine Zustimmung erteilen. Dabei gibt es eine Reihe von Gründen, die unter berechtigtes Interesse fallen. Dazu gehören beispielsweise finanzielle Gründe, ein vorübergehender Aufenthalt in einer anderen Stadt oder ein Auslandsaufenthalt aus studien- oder arbeitsbedingten Gründen, falls ein Mitbewohner auszieht oder verstirbt oder der Lebenspartner des Mieters einziehen soll. Der Hauptmieter darf die Wohnung in der Regel nur teilweise untervermieten und muss in der Wohnung verbleiben bzw. die Wohnung weiterhin nutzen. Auch wenn der Hauptmieter seine Möbel in der Wohnung lässt, kann das als Nutzung aufgefasst werden.

Rechte des Vermieters

Während der Vermieter gesetzlich in der Regel dazu verpflichtet ist, sein Einverständnis zu geben, wenn der Hauptmieter die Wohnung teilweise untervermieten möchte und ein berechtigtes Interesse nachweisen kann, so hat der Vermieter im Fall einer Untervermietung der gesamten Wohnung das Recht, seine Zustimmung zu verweigern.

Es steht dem Vermieter zu, darüber informiert zu werden, wer der Untermieter ist. Wenn der Hauptmieter dem Vermieter diese Information sowie den Inhalt des Untermietvertrags verweigert, so muss der Vermieter nicht einwilligen. Falls die Wohnung auf unbefugte Weise untervermietet wird, so darf der Vermieter eine Abmahnung erteilen, und wenn diese erfolglos bleibt, dann hat er das Recht fristlos zu kündigen. Da die Wohnung einen höheren Verschleiß aufweist, wenn mehrere Menschen darin wohnen, darf der Vermieter in manchen Fällen die Miete erhöhen, und zwar in der Regel um zehn bis zwanzig Prozent.

Unzumutbarkeit

Falls die Untervermietung für den Vermieter nicht zumutbar ist, so kann er die Untervermietung vermeiden. Eine Unzumutbarkeit gilt, wenn die Wohnung durch eine Untervermietung überbelegt ist oder wenn der Untermieter für den Vermieter untragbar ist, dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Untermieter ein ehemaliger Hauptmieter war, der seine Miete nicht gezahlt hat.

Alles rund um den Untermietvertrag

Zwischen dem Hauptmieter und dem Untermieter sollte unbedingt ein schriftlicher Untermietvertrag abgeschlossen werden. Der Untermietvertrag ist größtenteils unabhängig vom Hauptmietvertrag und wird rechtlich gesehen wie ein gewöhnlicher Mietvertrag angesehen. Dabei hat der Untermieter Rechte und Pflichten gegenüber dem Hauptmieter und kann sogar die Miete kürzen, falls die Wohnung Mängel aufweist. In diesem Fall sollte jedoch eine Frist eingeräumt werden, damit der Hauptmieter die Möglichkeit hat, vom Vermieter die erforderlichen Reparaturen einzufordern.

Kündigungsfrist

Der gesetzliche Kündigungsschutz greift auch bei Verträgen zur Untermiete. Der Hauptmieter muss sich an die dreimonatige gesetzliche Kündigungsfrist halten und darf den Untermietvertrag nur dann kündigen, wenn ein berechtigtes Interesse nachweisbar ist. Eine Ausnahme kann aber bestehen, wenn die Wohnung mit den Möbeln und Hausrat des Hauptmieters eingerichtet ist, entweder vollständig oder größtenteils. In solchen Fällen besteht der Kündigungsschutz nämlich nicht.

Außerdem, wenn der Hauptmieter von seinem Vermieter eine ordnungsmäßige Kündigung erhält, dann ist auch der Untermieter dazu verpflichtet, fristgerecht auszuziehen.

Fazit: Eine Untervermietung kann in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein. Dabei ist es aber auf jeden Fall erforderlich, zuerst die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Um Risiken zu vermeiden, sollten Sie am besten einen Standard-Untermietvertrag verwenden und sich gegebenenfalls rechtlich beraten lassen.

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