Stehen die Trennung oder die Scheidung im Raum, stellt sich unweigerlich auch die Frage nach der Immobilie, die gemeinsam angeschafft wurde. Im Regelfall stehen beide Partner im Kreditvertrag und auch im Grundbuch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei einer Trennung das Problem mit dem Haus zu lösen.

Rechtsanwälte wissen, dass es sich bei der Immobilie im Falle einer Scheidung meist um den wertvollsten Gegenstand im Familienvermögen handelt. Selbst dann, wenn nur einer der Partner im Grundbuch steht, kann bei einer Scheidung nicht einfach über die Immobilie verfügt werden. Das Bürgerliche Gesetzbuch gibt vor, dass die Verfügung über einen sogenannten „wesentlichen Gegenstand“ im Vermögen nur durch die Zustimmung des Partners durchgeführt werden kann. Gerade, wenn Kinder im Spiel sind, hat die Immobilie auch einen sehr großen emotionalen Wert für die Familie. Zudem sollen die Kinder mit der Immobilie über das Erbrecht abgesichert werden.

Die verschiedenen Möglichkeiten zum Umgang mit der Immobilie bei der Trennung

Bei einer Scheidung stellen sich in Bezug auf die Immobilie viele Fragen. Wer wird darin wohnen? Wer wird den Unterhalt für das Haus tragen und wie sieht es mit der Kreditübernahme aus? Nicht immer ist es möglich, dass eine der beiden Parteien das Haus oder die Wohnung behalten kann. Gibt es keinen Ehevertrag, über den eine Gütertrennung vereinbart wurde, dann stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Ein Partner übernimmt das Haus

Wenn sich dafür entschieden wird, dass nach der Trennung ein Partner das Haus übernimmt, muss er dem anderen Partner einen Ausgleich zur Verfügung stellen. Hier wird normalerweise von einer finanziellen Entschädigung ausgegangen. Allerdings entstehen bei der Übertragung auf einen Partner auch Kosten, wie die Grunderwerbssteuer, die noch einmal gezahlt werden muss. Dies kann vermieden werden, wenn die Übertragung vor der vollzogenen Scheidung durchgeführt wird. Dazu kann eine sogenannte Nutzungsentschädigung gefordert werden.

  1. Das Haus vermieten

Es ist möglich, dass das Haus Eigentum beider Parteien bleibt und vermietet wird. Die Mieteinnahmen können sich dann geteilt werden. Dies funktioniert nur bei einem guten Verhältnis, denn das ehemalige Paar tritt noch immer als gemeinsame Vermieter auf.

  1. Das Haus verkaufen

Besonders häufig wird bei Scheidung oder Trennung die Variante gewählt, das Haus direkt zu verkaufen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf werden mögliche offene Kredite bedient und ein möglicher Gewinn fließt in den Zugewinn hinein und wird unter den Partnern aufgeteilt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn es anderweitig keine Einigung gibt.

  1. Die Teilungsversteigerung

Schließlich gibt es auch noch die Variante der Teilungsversteigerung. Diese greift immer dann, wenn es in den Verhandlungen zu keiner Einigung kommt. Eingereicht wird der Antrag bei dem zuständigen Gericht vor Ort. Wer das höchste Gebot abgibt, der bekommt das Haus. Hier ist es erlaubt, dass beide Partner mitsteigern. Oft wird vermutet, dass bei einer Teilungsversteigerung nur die Hälfte von Haus und Grundstück zwangsversteigert wird, die der Person gehört, die das Verfahren beantragt hat. Dabei basiert der Name auf dem Fakt, dass ein nicht teilbares Gut – in diesem Fall das Haus oder die Wohnung – zu einem teilbaren Gut – in diesem Fall Geld – gemacht wird. Oft geht diese Variante jedoch mit einem hohen finanziellen Verlust einher.

Bei der Frage, was mit der Immobilie bei einer Trennung oder Scheidung passiert, sollte immer ein Anwalt zur Unterstützung herangezogen werden.

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