Gläubiger unterliegen künftig einer längeren Wartezeit

Bevor ein Gläubiger eine Immobilien-Zwangsversteigerung in Gang setzen kann, die aus einer Sicherungsgrundschuld aufgrund von dinglichen Zinsen herrührt, muss sich dieser in Zukunft auf eine längere Wartezeit gefasst machen. Die Frist von ehemals einem Monat wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) nun auf sechs Monate angehoben.

Für sein Urteil richtete der BGH sich unter anderem nach § 1193 Abs. 1 Satz 3 BGB, in dem eine sechsmonatige Frist verankert sei. Ein Satz, der in § 1193 BGB eingefügt wurde, hatte allerdings ungewollt dazu geführt, dass Gläubiger in der Lage waren, den Schuldnern die Möglichkeit zu entziehen, eine drohende Zwangsversteigerung zu verhindern.

Von nun an ist den Schuldnern eine Zwangsversteigerung anzudrohen, wenn der Gläubiger vorerst den Anspruch nicht geltend macht das Kapital bzw. den Kreditvertrag aufzuheben, jedoch aus Gründen der Grundschuldzinsen trotzdem die Zwangsversteigerung durchführt. In dem Fall, dass der Gläubiger den Kreditvertrag für beendet erklärt, so sei nach Auffassung des BGH der Schuldner damit ausreichend gewarnt.

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