Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind günstig und dennoch stagniert hierzulande die Wohneigentumsquote bei etwa 45 %. Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Diese Studie wurde von der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Auftrag gegeben.

Unterschiede zwischen Ost und West

Laut der IW-Studie weisen die alten Bundesländer eine Wohneigentumsquote von 49 % auf, in den neuen Bundesländern liegt diese jedoch nur bei 33 %. Unter allen Bundesländern verzeichnet Baden-Württemberg die höchste Quote an Wohneigentum. Das Bundesland mit der geringsten Wohneigentumsquote ist Berlin, hier liegt die Quote bei 18,4 %, was jedoch im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren dennoch einer Erhöhung um 7,5 % entspricht.

Mangel an Eigenkapital

Die größte Hürde ist laut dieser Studie fehlendes Eigenkapital. Wer in Deutschland eine Immobilie erwerben möchte, der muss dafür in der Regel einen Anteil an Eigenkapital von 20 % bis 30 % aufbringen. Der durchschnittliche Preis für eine Wohnimmobilie liegt bei 250.000 Euro, was bedeutet, dass mindestens 50.000 Euro Eigenkapital fällig wären. Gemäß der Studie sind aktuell jedoch lediglich 11 % der Mieter in Deutschland in der Lage, eine solche Summe zu bezahlen. Unter den 25- bis 34-Jährigen gab es im Jahr 2016 nur 13 %, die ihr eigenes Wohneigentum besaßen. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2011 noch 15 %. Auch in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen wurde ein Rückgang verzeichnet, und zwar von 41 % auf 37 %. Bei den Menschen, die zum ersten Mal Wohneigentum erwerben, liegt das durchschnittliche Alter unterdessen bei 48 Jahren.

Der IW Köln führt auf, dass der Kapitalbedarf sowohl durch die hohen Anforderungen der Banken in Bezug auf Eigenkapital als auch durch die andauernde Preisdynamik sowie den höheren Grunderwerbsteuersätzen immer weiter steigt. Nach den Plänen der Großen Koalition soll es für junge Familien leichter werden, Wohneigentum zu erwerben. Zu diesen Plänen gehören die Zahlung eines Baukindergeldes in Höhe von 1.200 Euro je Kind und auch eine KfW-Bürgschaft mit dem Ziel, den benötigten Eigenkapitalanteil zu reduzieren.

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