Ein Blick auf den deutschen Immobilienmarkt macht deutlich, dass sich Stadt und Land in Bezug auf den Bau neuer Häuser und Wohnungen stark unterscheiden. Während der Wohnraum in den Großstädten immer knapper wird, stehen auf dem Land die Häuser leer.

Wer sich in einer der deutschen Metropolen auf die Suche nach einer Wohnung macht, der wird schnell feststellen, dass die Auswahl gering ist. Meist nicht weit entfernt auf dem Land stehen die Neubauten dagegen leer. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat nun genau diese Thematik aufgegriffen und macht deutlich, dass die Preisdifferenzen aus dieser Entwicklung nicht zu unterschätzen sind.

Weniger Neubauten in den Großstädten

Aus der Studie geht hervor, dass in Deutschland im Jahr 2014 rund 245.000 neue Wohnungen entstanden sind. Allerdings wurden davon lediglich 66.000 in den Großstädten mit einer Anzahl von mehr als 100.000 Einwohnern gebaut. Viel zu wenig, wenn man einen Blick auf die Wohnungssuchenden wirft. Rund 100.000 Wohnungen wären es eigentlich, die hier gebraucht werden. Ein differenzierter Blick auf Deutschlands Hauptstadt macht deutlich: Um den Bedarf nach Wohnraum in Berlin decken zu können, braucht es rund 20.000 Wohnungen pro Jahr. Tatsächlich wurden aber nur gut 8.750 im Jahr 2014 gebaut.

Das Ergebnis ist ein Anstieg bei den Immobilienpreisen. Gerade für Studenten und Zuwanderer, die es in die Großstädte zieht, ist diese Entwicklung schwierig.

Mehr Neubauten auf dem Land

Gegenteilige Entwicklungen sind dagegen auf dem Land zu sehen. Viele Teile in Ostdeutschland, ländliche Gegenden in der Eifel oder auch im Schwarzwald erleben einen regelrechten Boom in Bezug auf Neubauten. Immer mehr neue Wohnungen entstehen in den strukturschwachen Gebieten und sollen mehr Einwohner auf die Kommunen aufmerksam machen. Doch nicht nur die Neubauten selbst sind auf dem Land besonders günstig zu haben. Auch das Bauland steht günstig zur Verfügung. Das Zusammenspiel mit den ebenfalls derzeit sehr günstigen Zinsen für Finanzierungen bietet einen Anreiz für die Bautätigkeiten.

Der Wunsch nach mehr Einwohnern

Die Entwicklung sollte auf jeden Fall kritisch betrachtet und auch hinterfragt werden. Tatsächlich ist es aus Sicht der Kommunen durchaus verständlich, dass mehr Wohnflächen geschaffen werden. Nach wie vor sind die Kommunen bestrebt, sowohl Einwohner als auch Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen. Die Wirtschaft kommt in den Kommunen immer mehr zum Erliegen, denn längst zieht es nicht mehr nur junge Menschen in die Großstädte. Auch immer mehr Senioren entscheiden sich dafür, in eine Gegend zu ziehen, wo sie deutlich mobiler sind und mehr Möglichkeiten haben.

Die günstigen Preise auf dem Land resultieren daher vor allem aus dem Fakt, dass die ländlichen Bereiche immer unattraktiver zu sein scheinen. Dagegen steigt das Interesse an Wohnraum in den Großstädten, das nicht gedeckt werden kann. Eine Änderung der Sachlage im Jahr 2015 scheint erst einmal nicht zu erwarten zu sein.

Der Leerstand in einigen ländlichen Regionen macht nicht nur den Kommunen sorgen. Um hier eine Änderung zu erwirken, ist es notwendig, die ländlichen Bereiche wieder attraktiver zu machen, hier mehr Arbeitsplätze für die Einwohner zu schaffen und die Infrastruktur weiter auszubauen.

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