Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) erstellt alle vier Jahre ein Gutachten zum Thema Umweltschutz für die Bundesregierung, in dem auch Empfehlungen zur Verbesserung der Situation unterbreitet werden. Diesmal ging es u. a. auch um die Immobilienbranche.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen

Der SRU wurde 1972 von der Bundesregierung ins Leben gerufen und gilt als fachlich unabhängiges Gremium. Derzeit gehören ihm sieben Ratsmitglieder an, deren Fachbereiche

  • Umwelt- und Energietechnik,
  • Ressourcen- und Umweltökonomik,
  • Umweltrecht,
  • die Beurteilung von Risiken chemischer Stoffe für Mensch und Umwelt,
  • Naturschutz und
  • Klimawandel

umfassen. Die Professoren geben in ihrer neuesten, fasst 500 Seiten umfassenden Zusammenfassung, zahlreiche Empfehlungen zur Verbesserung des Umweltschutzes.

Im Folgenden fassen wir Ihnen die wichtigsten Fakten zu den Vorschlägen für eine Verbesserung des Umweltschutzes an und mit Immobilien kurz zusammen:

Modernisierungsumlage

Das Gremium betrachtet die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und der Wärmeversorgung durch Modernisierungen zum Schutz der Umwelt als unerlässlich. Leider werden vor allem einkommensschwache Haushalte dadurch vor neue Herausforderungen gestellt. Der SRU empfiehlt daher bei der Ausgestaltung der Modernisierungsumlage zwischen

  • energetischer und
  • wohnwertsteigernder

Sanierung zu unterscheiden. In diesem Zuge soll die Umlage für wohnwertsteigernde Sanierungen gesenkt werden, jene für energetische Modernisierungen jedoch neu geregelt werden. Um die Belastungen für Mieter möglichst gering zu halten und Modernisierungen trotzdem weiter attraktiv für Vermieter erscheinen zu lassen, wären zusätzliche staatlichen Förderprogramme denkbar. Die Förderhöhe sollte hierbei von dem Grad der Verbesserung des Verbrauchs abhängig sein.

Stromtarife

Um die Stromverschwendung zu verringern, empfiehlt der SRU die Schaffung von Tarifen mit einem Inklusivkontingent gegen Zahlung eines Grundpreises, der für alle Kunden des Stromanbieters identisch ist. In Kombination mit einem Prepaid-System soll so die Nutzung und Kostenbestreitung vor allem für einkommensschwache Haushalte erleichtert werden. Wer hingegen mehr Strom verbraucht, muss natürlich zusätzlich zahlen.

Wohngeld

Das Wohngeld basiert bislang auf Pauschalkosten, die nur selten angepasst werden. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen empfiehlt hier allerdings eine Überarbeitung hinsichtlich realistischer Energiekosten, um soziale Härten künftig zu vermeiden. Einfließen soll hierbei auch der energetische Zustand des Gebäudes laut Energieausweis berücksichtigt werden, wodurch weitere Anreize zur energetischen Sanierung geschaffen würden. Sollte beispielsweise der energetische Zustand einer Immobilie besonders gering ausfallen, könnten auch höhere Quadratmetermieten akzeptiert werden.

Energieausweis

Der SRU empfiehlt, dass zur Ausstellung eines Energieausweises eine Besichtigung des Gebäudes erfolgen müsse. Darüber hinaus müssten die Bundesländer einheitliche Rahmenbedingungen für die Vergabe der Einschätzung schaffen, um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

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