Das Analysehaus bulwiengesa hat im Rahmen einer ZIA-Süd-Veranstaltung in München die Warnung ausgesprochen, dass in München auf lange Sicht die Infrastruktur bedroht sei.

Viele Berufsgruppen, wozu unter anderem Lehrer und Verkäufer gehören, seien kaum noch in der Lage, sich die hohen Mieten in München zu leisten. Die aktuellen Löhne haben zur Folge, dass diese und weitere Berufsgruppen derzeit bis zu 70 % ihres Nettoeinkommens für die Miete auf den Tisch legen müssen. Der Bedarf an Wohnungen steigt weiterhin und bis zum Jahr 2021 werden laut bulwiengesa in München 62.000 Wohneinheiten benötigt.

Betriebe sehen sich nach Alternativen um

Die hohen Münchner Mieten sind allerdings nicht nur für Menschen ein Problem, die ein niedriges oder mittleres Einkommen haben, sondern auch für Unternehmen. So weisen Firmen schon jahrelang eindrücklich darauf hin, dass die Gefahr bestehe, dass sie im Wettbewerb um qualifiziertes Personal nicht mehr mithalten können. Ein wesentliches Problem für Betriebe sei der Wohnungsmangel, das Fehlen von Büroflächen sowie die überteuerten Mietpreise. Aus diesem Grund besteht die Gefahr, dass Konzerne sich anderweitig umsehen und ihren Sitz in andere Metropolen verlegen. So seien beispielsweise die Anfragen für Flächen in Augsburg bereits gestiegen.

In München entstehen neue Behördensatellitenbüros

Sogar die Staatsregierung in Bayern testet es aus, die Behördenstellen zu verlagern, damit das lange Pendeln für Personen, die im Staatsdienst tätig sind und aufgrund der Kosten außerhalb der Stadt leben, entfällt. Im Rahmen eines Pilotprojekts entstehen in vier Gemeinden, die sich rund um München befinden, Behördensatelliten. Außerdem hat das Kabinett entschieden, dass die Ballungsraumzulage für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes um 50 % aufgestockt werden soll.

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