In den letzten Monaten spitzt sich die Lage auf den Wohnungsmärkten zu. Vor allem günstige Wohnungen in Großstädten werden immer mehr zur Mangelware – wodurch Singles und junge Familien mit niedrigem Einkommen vor großen Problemen stehen. Auf der Suche nach Lösungen wird immer wieder das Thema Sickereffekte diskutiert, die nun durch das Marktforschungsinstitut empirica näher untersucht wurden.

Studie über Umzugsketten und Sickereffekte

Um mehr über die Auswirkungen von Sickereffekten und Umzugsketten herauszufinden, hat das Marktforschungsinstitut empirica mehr als 500 Interviews inDortmund, Köln und Münster durchgeführt. Dabei wurde untersucht, welche Wohnungen durch einen Umzug in ein neues Eigenheim frei wurden und noch viel wichtiger: welche Auswirkungen dies auf den Wohnungsmarkt hat.

Die wichtigsten Erkenntnisse daraus haben wir Ihnen in Kürze zusammengefasst:

  • Eigenheime am Stadtrand sind besonders beliebt bei gut verdienenden Familien mit Kindern. Die Eltern sind in der Regel älter als 40 Jahre.
  • Vor dem Umzug wohnten sie oftmals entweder in großen Mietwohnungen oder in kleinen Mehrfamilienhäusern. Dort lebten im Durchschnitt drei bis sechs Mietparteien. Alternativ wohnten sie vorher in einem kleineren Einfamilienhaus, das nur gemietet war.
  • In die frei gewordenen Mietwohnungen ziehen vorrangig junge Familien mit einem Kind, die über ein geringes Einkommen verfügen.
  • Diese jungen Familien machen in den alten Wohnungen Platz für frisch zusammengezogene Paare oder Singles, die auf der Suche nach kleinen, zentrumsnahen Wohnungen sind.

Kurz: Durch diese Sickereffekte verbessert sich (in den betrachteten Städten) für 3,33 Haushalte die Wohnsituation. Überträgt man diese Erkenntnis beispielsweise auf NRW, wo jährlich 18.000 neue Eigenheime gebaut werden, so können durchschnittlich 60.000 Haushalte von den Umzugsketten profitieren. Daher sind laut LBS-Chef Jörg Münning weitere Förderungen für den sozialen Wohnungsbau, aber auch für Wohneigentum wichtig. Zusätzlich könnte (laut empirca) eine Bleibeprämie für Regionen mit Bevölkerungsrückgang, um die Modernisierung von Bestandsimmobilien zu fördern, ein gutes Hilfsmittel sein.

Ob dieser Effekt auch für Eigentumswohnungen gilt, ist noch unklar, da sich vor allem Ruheständler und Zuzügler aus anderen Regionen für diese Wohnungen interessieren – und diese Aspekte nicht Bestandteil der Studie waren.

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