Erst kürzlich machte die Stiftung Warentest auf die mangelnde Qualität der Beratung durch Bausparkassen aufmerksam. Doch nicht nur sie fallen im Test durch. Auch Finanzberater machen nicht immer die besten Angebote für eine Baufinanzierung.

Ob einer Bank zugehörig oder unabhängig beratend – Finanzberater verdienen an Provisionen. Vermitteln sie Baufinanzierungen, erhalten sie für die Vermittlung einen prozentualen Anteil der abgeschlossenen Kreditsumme. Somit liegen die Interessen nicht immer auf Seiten des Kunden. Das musste auch die Stiftung Warentest feststellen, als sie die Beratung durch Banken und Kreditvermittler testete.

Baufinanzierung im Finanztest

Die Stiftung Warentest testete 21 verschiedene Beratungsinstitute hinsichtlich ihrer Angebote zur Immobilienfinanzierung. Wichtige Kriterien hierbei waren die Ausrichtung am Bedarf des Kunden, die Sicherheit, die Flexibilität, die Kosten hinsichtlich der Kreditkonditionen, aber auch der durch eine mangelnde Beratung entstehenden finanziellen Einbußen. Entscheidend für die Bewertung waren zudem Umfang und Art und Weise der Information der Kunden.

Mangelhafte Beratung bei Kreditrate und -summe

Schon bei der passenden Kreditrate scheiterten viele Finanzberater. Der Testfall war recht einfach – ein Paar hat ein festes Einkommen, Ersparnisse und eine genaue, realistische Vorstellung von der Summe, die sie jeden Monat für die Kreditraten aufbringen können. Sie lassen sich hinsichtlich der Finanzierung einer Eigentumswohnung beraten. Die Kreditraten wurden von jedem fünften Berater als zu hoch berechnet, sodass die Monatsbelastung für Kredit, Nebenkosten und Hausgeld das Budget des Paares deutlich überschritten hätte. Auch die Kreditsumme wurde von vielen Finanzberatern falsch berechnet. Obwohl das Paar das Exposé für die Immobilie bereits dabei hatte, die benötigte Kreditsumme also genau feststand, und über Eigenkapital verfügte, fehlte bei der Kreditsumme am Ende häufig Geld. Kaufpreis und Nebenkosten hätten nicht gedeckt werden können. Im umgekehrten Fall wurden mitunter zu hohe Kreditsummen berechnet – ein Fehler, der den Kunden teuer zu stehen kommen kann. Darüber hinaus waren die Zinssätze der verschiedenen Kreditinstitute sehr unterschiedlich. Neben zu hohen Zinsen machte eine schlechte Beratung die Finanzierung oft teurer als eigentlich nötig.

Förderungen beim Immobilienkauf

Eine falsche Beratung hinsichtlich der Kreditsumme und der Kreditrate kann zum Kostenfaktor werden. Auch wenn Finanzberater mögliche Förderungen und Vergünstigungen außer Acht lassen, kann das den Käufer bares Geld kosten. So verschwiegen im Test viele Finanzberater, dass die Testpersonen Anspruch auf die staatliche Riester-Förderung gehabt hätten. Zulagen und Steuervorteile wären dem Paar schlichtweg flöten gegangen. Ebenso verhielt es sich mit einem möglichen KfW-Darlehen. Dieses sollte, vor allem wenn energiesparende Investitionen geplant sind, jedoch immer in der Finanzierung mit bedacht werden. Hinsichtlich der Konditionen und der Nutzungsmöglichkeit waren einige Berater jedoch völlig falsch informiert.

Fehlende Informationen für den Kunden

Ein Mangel an Informationen hatte oftmals nicht nur der Berater. Auch die Testpersonen gingen aus vielen Beratungsgesprächen ohne fundiertes Material heraus. Mal fehlten Tilgungspläne, mal Informationen zu Restschuld oder Abzahlungsdauer. Dabei sollte dem Kunden sowohl das „Europäische Merkblatt“ mit den Finanzierungskonditionen als auch ein vollständiger Finanzierungsplan gereicht werden.

Viele Fehler, die die Finanzberater im Test machten, sind im Umfeld des Immobilienerwerbs zu finden. Die Berater haben die Höhe der Betriebskosten, das Hausgeld, aber auch die Kaufnebenkosten falsch einkalkuliert. Förderungen wie die staatliche Riester-Förderung oder ein günstiges KfW-Darlehen aus dem Wohneigentumsprogramm wurden zum Teil gar nicht berücksichtigt.

Fazit: Fachliche Kompetenzen von Immobilienmaklern nutzen

Immobilienmakler kennen sich mit den Kosten, die beim Kauf einer Immobilie tatsächlich entstehen, bestens aus. Zudem kennen Immobilienmakler zeitig die rechtliche Änderungen, von denen ein Immobilienkauf betroffen sein kann. Daher lohnt es sich, neben einer Finanzierungsberatung immer auch die Meinung des Immobilienfachmanns einzuholen.

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