Die Bausparkassen nehmen durch alte Bausparverträge mit relativ hohen Guthabenzinsen Verluste hin. Schuld daran ist die Niedrigzinsphase. Doch durch eine entsprechende Kündigung solcher Altverträge wollen die Bausparkassen nun rund 66 Millionen Euro jährlich einsparen.

Es handelt sich um etwa 135.000 Altverträge, die von den deutschen Bausparkassen einseitig gekündigt worden sind. In einer Begründung heißt es, man wolle den „Schutz des Bausparkollektivs“ erhalten, was Verbraucherschützer allerdings kritisch sehen. Betroffen sind Verträge, die nicht abgerufen oder nicht vollbespart sind. Trotz der Kritik will Franz Wirnhier, Vorstand der LBS Bayern, weiter an den Plänen festhalten. So sagte er gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Capital“, dass er weiter konsequent Altverträge kündigen wolle, sollte „der Zweck des Bausparens nicht mehr verfolgt“ werden.

Finanzberater errechnet Millionen-Ersparnis der Bausparkassen

Der unabhängige Finanzberater Max Herbst vom Frankfurter Finanzdienst FMH hat für „Capital“ die Millionen-Ersparnis der Bausparkassen geschätzt. Als Grundlage nahm er eine durchschnittliche Bausparsumme in Höhe von 35.000 Euro sowie ein Anlagevolumen von rund 1,89 Milliarden Euro. Weiterhin wurde angenommen, dass diese zuteilungsreifen Verträge mit einem durchschnittlichen Guthabenzins von 3,5 Prozent verzinst werden.

Neben den Verbraucherschützern, beobachtet auch Finanzexperte Herbst selbst die Entwicklungen kritisch. Er rügt die Bausparkassen vor allem dafür, dass sie über mehrere Jahre Geld durch solche Kunden verdient haben und diese nun infolge der Kündigungen als „Gauner oder Schmarotzer“ abgetan werden.

Ähnliche Beiträge