Eine Immobilie erben kann heute ganz schön ins Geld gehen. Niemand setzt sich gerne mit dem Tod auseinander, doch gerade in Bezug auf die Erbschaftssteuer kann es Sinn machen, sich Gedanken über die Vererbung der Immobilie zu machen und hier vielleicht auch mit nahen Angehörigen, wie den Eltern oder den Großeltern, das Gespräch zu suchen.

Wer eine Immobilie erbt, der nimmt damit auch in Kauf, möglicherweise eine hohe Erbschaftssteuer zu zahlen. Natürlich gibt es viele verschiedene Grautöne in Bezug auf die Vererbung von einem Haus, einer Wohnung oder einem Grundstück. Durch die Freibeträge wird die Steuerlast noch einmal gesenkt und generell haben nahe Verwandte die Möglichkeit, die Immobilie auch steuerfrei zu übernehmen. Dennoch gibt es einige wichtige Dinge zu beachten.

Ein geregelter Nachlass erleichtert alles

In erster Linie ist es wichtig, den Nachlass richtig zu regeln, was es den Erben deutlich leichter macht, die Immobilie zu übernehmen. Zu dieser Regelung gehören die folgenden Punkte:

  • Das Testament verfassen und auch selbst unterschreiben sowie es sicher zu deponieren.
  • Das Testament notariell beglaubigen lassen und dem Amtsgericht übergeben.
  • Erbengemeinschaften im Testament ausschließen.
  • Unterstützung im Bereich rund um das Erbrecht holen.

Der Freibetrag für die Erben

Wer erst einmal den Erbschein in der Hand hat und sich im Erbrecht nicht so gut auskennt, der wird möglicherweise nicht abschätzen können, wie hoch die Steuerlast ist. Hier kann jedoch vor allem dann aufgeatmet werden, wenn zum Verstorbenen ein recht naher Verwandtschaftsgrad bestanden hat. Denn je näher der Grad, desto höher auch der Freibetrag. So gibt es folgende Regelungen im Erbrecht:

  • Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner haben einen Freibetrag von 500.000 Euro.
  • Kinder oder Stiefkinder haben einen Freibetrag von 400.000 Euro.
  • Enkel haben einen Freibetrag von 200.000 Euro.
  • Eltern und Großeltern haben einen Freibetrag von 100.000 Euro.
  • Andere Erben haben einen Freibetrag von 20.000 Euro.

Wie hoch dann noch der Steuersatz ist, wird durch die Steuerklasse bestimmt. Der geringste Steuersatz liegt bei 7%, der höchste Steuersatz dagegen bei 50%. Die Immobilie bewerten ist jedoch der erste Punkt, der durchgeführt wird, damit den Freibeträgen und Steuersätzen ein Betrag zugrunde gelegt werden kann.

Komplette Steuerfreiheit für nahe Erben

Ehegatten, eingetragene Lebenspartner oder auch Kinder haben die Möglichkeit, eine Immobilie ohne eine Steuerlast erben zu können. So entfallen die Steuern dann, wenn Erben mit diesem Verwandtschaftsgrad noch für mindestens 10 Jahre die Immobilie weiter bewohnen. Bei Kindern jedoch gibt es bei dieser Ausnahme noch eine Begrenzung. Sie erhalten lediglich 200 qm Wohnfläche der Immobilie steuerfrei und müssen auf den Rest Steuern zahlen.

Vorsorgen und verschenken

Eine weitere Möglichkeit wäre es, eine Immobilie nicht zu vererben, sondern zu Lebzeiten eine Schenkung an die Menschen durchzuführen, die später sowieso erben sollten. Auch hier ist es wichtig, die Immobilie bewerten zu lassen, damit die Schenkungssteuer auf dieser Basis errechnet werden kann. Allerdings sollte bei einer Schenkung ein Vertrag aufgesetzt werden, in dem eine Widerrufmöglichkeit vereinbart und sich, wenn gewollt, das lebenslange Wohnrecht gesichert wird. Nur so lässt sich die eigene wirtschaftliche Lage absichern.

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