In den zehn wohlhabendsten Städten und Landkreisen Deutschlands stehen die Mieten in keinem Verhältnis mehr zur Kaufkraft der Mieter. Dort, wo durchschnittlich mehr verdient wird, muss auch mehr für die Miete ausgegeben werden als im Bundesschnitt.

Das legen die Ergebnisse einer Studie nahe, die das Immobilienportal immowelt durchgeführt hat. Im Rahmen dieser Studie wurden Nettokaltmieten mit der Kaufkraft pro Einwohner verglichen. Als Grundlage hierfür diente das für Konsumzwecke verfügbare Einkommen in Deutschlands zehn reichsten Stadt- und Landkreisen (gemäß einer GfK-Studie vom Dezember 2016) sowie knapp 20.000 Mietwohnungen und Miethäuser, die im Jahr 2016 auf immowelt inseriert wurden.

München: Top-Verdiener & enorm hohe Mietkosten

Besonders gravierend ist die Situation in München. Jährlich beträgt die Kaufkraft hier pro Kopf 30.136 Euro und somit gehören Münchener zu Deutschlands Top-Verdienern. Im Vergleich zum Durchschnittsdeutschen steht den Bewohnern Münchens 36 Prozent mehr Geld zur Verfügung. Allerdings müssen sie viel mehr Geld für Mieten ausgeben, denn die Preise für Neuvermietungen liegen hier pro Quadratmeter im Median bei 16,10 Euro (im Vergleich dazu liegt der bundesdurchschnittliche Quadratmeterwert bei 6,80 Euro). Dies bedeutet, dass die Mieter in München ganze 137 Prozent mehr für ihre Wohnung hinblättern müssen als der Durchschnitt.

Auch anderswo geht das Gehaltsplus für die Miete drauf

In Erlangen beträgt die Kaufkraft 23 % mehr als der Bundesdurchschnitt, nämlich 27.356 Euro pro Kopf. Für die Miete werden jedoch pro Quadratmeter 10 Euro fällig, was 47 % über dem deutschen Schnitt liegt.

Auch der Norden wird nicht von hohen Mietpreisen verschont. So wird im nordöstlichen Hamburger Landkreis Stormarn bei einer 20 % höheren Kaufkraft auch eine 30 % höhere Miete fällig, im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt.

Mieten 50 % höher als der Bundesschnitt

In anderen Gegenden zeichnet sich ein ähnliches Bild und die Miete liegt zum Teil sogar mehr als doppelt so hoch als in anderen Teilen Deutschlands. Starnberg ist der reichste Landkreis in Deutschland. Hier haben die Bewohner zwar 45 % mehr Kaufkraft als der Bundesdurchschnitt, dafür müssen sie allerdings 86 % mehr für die Miete ausgeben. Im Hochtaunuskreis (Hessen) verdienen die Menschen pro Jahr 31.561 Euro, was eine 42 % höhere Kaufkraft entspricht, und müssen dort 52 % mehr Miete zahlen. Auch im angrenzenden Main-Taunus-Kreis sieht es ähnlich aus. Hier liegt die Kaufkraft um 35 % höher, dafür werden pro Quadratmeter 10,20 Euro fällig, womit die Nettokaltmieten über 50 % teurer sind als die deutsche Durchschnittsmiete.

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