Immobilien gelten noch immer als eine sichere Geldanlage. Das wissen auch die meisten Menschen. Dennoch zeigt sich nun, dass der Immobilienanteil im Bezug zum Gesamtvermögen in den Haushalten im privaten Bereich immer weiter sinkt Die LBS Research und die empirica haben dies nun festgestellt.

Ein Blick auf das Jahr 1993 zeigt, dass zu dieser Zeit in den neuen Bundesländern noch 60% und in den alten Bundesländern noch 70% Immobilienanteil zu verzeichnen waren. Zehn Jahre später war die Quote bereits leicht gesunken, auf 66% in den alten und 55% in den neuen Bundesländern. Interessant ist auch die Höhe des durchschnittlichen Gesamtvermögens der Deutschen in den westlichen Bundesländern. Dies liegt, abzüglich der Schulden, bei einem Betrag von 139.000 Euro. Im Vergleich zu 2003 ist es um 5.000 Euro gesunken. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zu den östlichen Bundesländern. Hier beträgt das durchschnittliche Vermögen rund 60.000 Euro, was zwar weniger im Vergleich zu den westlichen Bundesländern ist. Dennoch zeigte sich hier im Vergleich zum Jahr 2003 ein Anstieg.

Kritische Entwicklungen in Bezug auf die Immobilienmärkte

Schon bei den Finanzmärkten gibt es eine kritische Entwicklung. Die Sparzinsen sind besonders niedrig geworden. Daher neigen immer mehr Menschen dazu, ihr Geld nicht zu sparen sondern es auszugeben. Das könnte sich normalerweise positiv auf die Immobilienmärkte auswirken. Wer investieren möchte, der denkt darüber nach, das vielleicht bei eigenen Immobilien zu machen. Allerdings steht hier ein Anstieg der Immobilienpreise entgegen. Dadurch ist es vielen Haushalten nicht möglich, einen Kauf zu finanzieren.

Negative Ausblicke für Vermögensbildung und Alterssicherung

Hier schließt sich der Kreis wieder – auch wenn die Investition in Immobilien auf die Dauer gesehen eine gute Sache ist, können sich das viele Menschen nicht mehr leisten. Die Wohneigentumsbildung rückt immer mehr in die Ferne. Gerade für junge Menschen ist das eine negative Entwicklung, die von Forschern sehr kritisch gesehen wird. Durch die fehlenden Möglichkeiten, in Immobilien zu investieren und den Drang, das Geld nicht zu sparen sondern auszugeben, kommt keine solide Alterssicherung und auch keine Vermögensbildung zustande. Damit steigen die Aussichten auf eine Altersarmut, die sich bereits heute schon abzuzeichnen beginnt. Die staatliche Rente reicht kaum aus, um den Bedarf zu decken. Mit Wohneigentum wäre es deutlich leichter, gegen die Altersarmut anzugehen. Da sich dies die Haushalte jedoch immer weniger leisten können, ist so die Bildung von Sicherheiten kaum möglich.

Mehr Schulden im Alter

Ein weiterer Punkt ist der Schuldenaufbau. Gerade die junge Generation kann sich zwar in der Regel Wohneigentum nicht mehr unbedingt leisten, nimmt dafür jedoch auch häufig eine Finanzierung in Anspruch. Da nicht selten sogar das Eigenkapital auf Grund von einer fehlenden Vermögensbildung nicht vorhanden ist, wird eine sogenannte Komplettfinanzierung genutzt. Das Ergebnis sind hohe Kreditbeträge, die bis ins hohe Alter abgezahlt werden und eine Vermögensbildung ebenfalls verhindern. Plötzliche Arbeitslosigkeit kann zudem dafür sorgen, dass der Kredit nicht mehr getragen werden kann. Zwangsversteigerungen sind dann das Ergebnis.

Auf lange Sicht wird deutlich, dass die steigenden Preise für Immobilien in Kombination mit immer weniger Vermögen in den Haushalten dafür sorgen könnten, dass viele Menschen im Alter kaum noch Sicherheiten haben.

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