Die Wohnungswirtschaft fordert eine Verlängerung der Eichfristen für Wasserzähler

Laut Gesetz müssen Wohnungswasserzähler in Deutschland für Warmwasser bereits nach fünf Jahren ausgetauscht werden und die für Kaltwasser nach sechs Jahren. Die Praxis sieht häufig so aus, dass beide Wasserzähler (warm und kalt) schon nach fünf Jahren gemeinsam ausgetauscht werden. Jedoch seien die Wasserzähler üblicherweise auch lange nach dieser Zeit noch in der Lage den Wasserverbrauch zuverlässig zu messen, so das Ergebnis einer Studie.

Einsparung von jährlich über 500 Millionen Euro möglich

Die Studie des Hamburg Instituts, die von den wohnungswirtschaftlichen Verbänden in Auftrag gegeben wurde, hat ermittelt, dass sowohl private als auch öffentliche Haushalte mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr sparen könnten, wenn die Eichfristen verlängert werden würden. In anderen Industrienationen sind die Eichfristen für Wasserzähler bereits deutlich länger. So beträgt die Eichfrist in den USA und Kanada 17 Jahre, in Frankreich sind es 18 Jahre und in Spanien sogar 23 Jahre.

Unverhältnismäßige Zählerwechsel

Innerhalb der eichrechtlich zulässigen Fehlergrenzen konnten die gängigen Wasserzähler in einigen Stichproben auch viele Jahre später — bis zu zwanzig Betriebsjahre — die Wassermenge noch mit etwa 95 Prozent Genauigkeit messen, so das Ergebnis der Gutachter. Somit seien die Zählerwechselkosten unverhältnismäßig zu den Kosten, die durch eventuelle minimale Fehlmessungen entstünden. Zudem stünden die Ausgaben für den Austausch der Wasserzähler in keinem Verhältnis zu den anderen Nebenkosten. Da beispielsweise die Heizungskosten höher sind als die Wasserkosten, nämlich etwa das 2,5 bis 5-fache, fallen ungenaue Ablesungen des Heizwärmeverbrauchs finanziell deutlich stärker ins Gewicht. Jedoch besteht bei den Heizkostenverteilern keine Eichplicht.

Forscher empfehlen eine Änderung der Fristen abhängig von der Bauweise der Zähler

Daher kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass die Wasserzähler in Zukunft erst nach längerer Zeit ausgetauscht werden sollten. Dafür sei eine Änderung des Mess- und Eichrechts erforderlich. Laut Empfehlung der Gutachter solle für Kalt- und Warmwasserzähler eine Vereinheitlichung der Eichfristen erfolgen und außerdem eine technologiespezifische Differenzierung stattfinden. Der Vorschlag der Wissenschaftler lautet, dass die Fristen für Kalt- und Warmwasserzähler für Haus und Wohnungen bei Flügelradzähler auf 15 Jahre und für die langlebigeren Ultraschallzähler auf 20 Jahre verlängert werden sollen. Außerdem sollen die Fristen weiterhin durch Stichprobenverfahren verlängert werden können und die Forscher schlagen diesbezüglich eine Verlängerung von zweimal auf je fünf Jahre vor (aktuell ist eine Verlängerung der Eichfrist einmal um drei Jahre möglich). Durch diese Maßnahmen könne die Einsparung von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr erreicht werden, so die Gutachter. Vollständig auf Eichfristen zu verzichten, werde von den Forschern jedoch nicht empfohlen.

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