Der Marktreport von CBRE hat 50 Universitätsstädte in Deutschland unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass aktuell rund 30.000 Wohnplätze für Studenten in Planung und Bau sind. Obwohl die Nachfrage eher im einfachen bis mittleren Segment liegt, werden wohl teure Studentenwohnungen entstehen, was vor allem auf die hohen Grundstückspreise und die hohen Baukosten zurückzuführen sei.

Momentan befinden sich 12.300 neue Studentenwohnheimplätze im Bau oder Sanierung und 19.500 zusätzliche Plätze sind geplant. Allein in Berlin entstehen derzeit etwa 2.500 Plätze, wovon rund 90 % später einmal im gehobenen Bereich zu finden sein werden und für die eine Gesamtmiete von mindestens 500 Euro fällig wird. Weitere 2.200 Plätze finden sich in der deutschen Hauptstadt in Planung und von diesen liegen einige laut CBRE-Marktreport zum Teil im mittleren Preissegment.

12% der Studierenden können sich 500 Euro Monatsmiete leisten

Die Zahl der Studenten, die sich eine Miete von 500 Euro monatlich leisten kann, liegt laut Schätzungen bei 12 %. Immobilienexperten empfehlen daher, dass die Miete insgesamt 500 Euro nicht überschreiten sollte, Nebenkosten, Möblierung und Internetanschluss inbegriffen. Es sei nicht unüblich, dass Anbieter Highlights wie Fitnessstudio, Indoor-Pool oder gar einen kleinen Kinosaal mit einbauen, damit hohe Mieten gerechtfertigt werden können. Jedoch werden dadurch lediglich die Kosten für die Investition und Bewirtschaftung erhöht, während der Verkaufspreis dadurch nicht entsprechend in die Höhe klettert. Daher wird zu einem sparsameren Bauen geraten, denn der mittlere Sektor gilt als am attraktivsten.

Des Weiteren wird geraten, dass Entwickler und Bauträger zudem barrierefrei bauen, damit das Gebäude später auch als Seniorenimmobilie dienen kann. Das derzeitige Rentenniveau führe dazu, dass zu hohe Preise für Seniorenwohnungen im gehobenen Sektor häufig nicht funktionieren.

Möglichkeiten zur Kostenreduzierung

Eine Reduzierung der Kosten sei möglich, so die Experten. Eine Kostensenkung könne beispielsweise erzielt werden, indem sich eine Gruppe von Studenten sowohl eine Küche als auch einen Gemeinschaftsraum teilen, in den sogenannten En-Suite-Apartments. Es besteht auch die Möglichkeit Cluster-Apartments zu errichten, in denen sich die Studenten Küche und Bad teilen, damit noch kleinere Zimmer entstehen können und eine Bündelung der Gemeinschaftsfläche für alle im Haus befindlichen Wohnungen stattfinden kann. Auch eine Modulbauweise kann zu niedrigeren Kosten führen. Wege zur Kostenreduzierung gibt es also mehrere, jedoch wird gefordert, dass auch die Politik aktiv wird. So sei es vonnöten, dass eine stärkere Vereinheitlichung der Bauordnungen über alle Bundesländer hinweg erfolgt, Stellplatzverordnungen aufgeweicht werden sowie mehr Fördermittel genehmigt werden. Das größte Problem, so sind sich die Immobilienexperten einig, liege allerdings in den hohen Kosten für Grundstücke.

München, Frankfurt und Köln, gefolgt von Berlin auf dem vierten Platz, sind laut CBRE die interessantesten Universitätsstädte für Investoren. Das ist das Ergebnis einer Analyse sozioökonomischer Kennzahlen, Wohnungsmarktinformationen und Daten bezüglich des Universitätsumfelds. Aber auch kleinere Universitätsstädte konnten bei Investoren punkten, so liegt Darmstadt auf dem siebten Platz und Münster auf Platz acht.

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