Der Immobilienmarkt verzeichnet weiterhin eine hohe Nachfrage, während das Immobilienangebot knapp bleibt

Diese noch immer angespannte Situation führt dazu, dass die Sachverständigen der Landesbausparkasse (LBS) noch in diesem Jahr im Durchschnitt einen Anstieg der Preise von bis zu 5 % vorhersehen. Dieser Preisanstieg ist jedoch von Region zu Region verschieden. Im Osten und Norden des Landes sind Immobilien relativ preiswert, allerdings sorgen die hohen Preise im Süden dafür, dass die Preisquote in die Höhe schnellt.

Gegenstand der LBS-Umfrage

Trotz des Anstiegs von neuen Häusern und Wohnungen, die in Deutschland errichtet werden, fehle es an Immobilien, damit der Markt entlastet werden kann. So die Ergebnisse der LBS-Untersuchung, die auf einer jährlichen Umfrage in 402 Landkreisen und Stadtkreisen basieren. Durchgeführt wurde die Umfrage von der LBS. Sparkassen und Experten rund um Immobilien wurden gebeten, sowohl über die Angebotsentwicklung und Situation der Nachfrage in Bezug auf Neubau und Gebrauchtwohnungsmarkt Auskunft zu geben als auch über die Standardpreise in den mittleren und guten Lagen. Aufgrund dieser Befragung werden die aktuellen Immobilienpreise bezüglich Eigentumswohnungen, frei stehender Einfamilienhäuser und Reihenhäuser sowie Bauland für ca. 960 deutsche Städte ermittelt.

Im Rahmen dieser Studie wurde festgestellt, dass die Wohnimmobilien-Nachfrage nicht nachgelassen hat, das Angebot jedoch sogar knapper wird. Zudem ist die Neubautätigkeit nicht in der Lage, sich zeitgerecht auf die sich verändernde Marktlage anzupassen. Zudem wurde festgestellt, dass die Entwicklung der Beschäftigung und des Einkommens positiv ist und es attraktive Finanzierungsmöglichkeiten gibt. Des Weiteren nimmt der Wohnraumbedarf weiterhin zu, unter anderem aufgrund von Zuwanderung.

Immobilienpreisspiegel regional sehr verschieden

In Deutschland gibt es große preisliche Unterschiede. Deutlich bemerkbar macht sich dies insbesondere bei den Einfamilienhäusern (gebraucht und frei stehend) in attraktiver Lage, die besonders beliebt seien. Im von der LBS erstellten Immobilienpreisspiegel ist München bei den Großstädten Spitzenreiter. In der bayerischen Landeshauptstadt kostet ein frei stehendes Einfamilienhaus im Durchschnitt 1,2 Millionen Euro und somit sage und schreibe mehr als das Zehnfache der Preise in verschiedenen Mittelstädten im Osten Deutschlands.

Hier die Durchschnittspreise der Top 5 Großstädte im Überblick (für gebrauchte + frei stehende Einfamilienhäuser):

  1. München: 1,2 Mio. Euro
  2. Stuttgart: 810.000 Euro
  3. Heidelberg und Wiesbaden: 790.000 Euro
  4. Freiburg (im Breisgau): 770.000 Euro
  5. Frankfurt: 745.000 Euro

Gefragte Gemeinden im Umland sind zum Teil sogar noch teurer. In Grünwald, ein Nobelvorort von München, kostet ein Einfamilienhaus durchschnittlich sogar ganze 1,65 Millionen Euro.

Einfamilienhäuser im Norden und Osten vergleichsweise günstiger als im Süden

Diese hohen Preise gelten allerdings nicht für alle deutschen Städte. So können Einfamilienhäuser in anderen Städten um einiges günstiger erworben werden, beispielsweise in strukturschwächeren Regionen. Ein frei stehendes Einfamilienhaus sei zum Beispiel in Berlin, Bremen, Hannover, Dortmund, Leipzig und Dresden zwischen 280.000 und 370.000 Euro zu haben. Noch niedrigere Preise zahlt man beispielsweise in Städten der neuen Bundesländer, wie 180.000 Euro in Magdeburg und 160.000 Euro in Halle. Aber auch im Norden Deutschlands kann vereinzelt ein niedriges Preisniveau verzeichnet werden: Beispielsweise liegen die Preise in Bremerhaven im Durchschnitt bei 140.000 Euro. Das untere Preissegment auf der Skala bilden Eisleben (Sachsen-Anhalt) und Grimma (Sachsen) mit je 60.000 Euro.

Steigende Preise auch beim Neubau

In westdeutschen Mittel- und Großstädten kostet ein neues Reihenhaus rund 270.000 Euro, im Osten und im Norden liegen die Preise zwischen 180.000 und 220.000 Euro. In München muss man für ein neues Eigenheim in einem Reihenhaus sogar durchschnittlich ca. 890.000 Euro auf den Tisch legen. Ähnlich teuer sieht es mit 860.000 Euro im bayerischen Starnberg aus. Die erhöhten Preise in Süddeutschland deuten auf bedeutende Engpässe hin. In rund 50 % der deutschen Großstädte mit über einer halben Million Einwohnern liegen die Preise jedoch weiterhin bei bis zu 310.000 Euro.

In ganz Deutschland wurden steigende Preise bei neuen Eigentumswohnungen verzeichnet. Dies gelte besonders für Universitätsstädte und Ballungsräume. Des Weiteren ergab die LBS-Befragung, dass es an Bauland fehle.

Wie geht es weiter?

Im letzten Jahr wurden in Deutschland 278.000 Wohnungen fertiggestellt, um allerdings die Nachfrage decken zu können, seien jedoch zwischen 350.000 bis 400.000 Wohneinheiten nötig. Wie sich der Immobilienmarkt entwickeln werde, sei daher auch davon abhängig, inwieweit das Wohnungsangebot durch Neubau voranschreite.

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