Im letzten Jahr hat die Zahl der Zwangsversteigerungsverfahren abgenommen, laut Daten des Argetra Verlages für Wirtschaftsinformation um 16,7 %. In 2017 fand nur jedes zweite eröffnete Zwangsversteigerungsverfahren den Weg in die Gerichtssäle, da die restlichen Immobilienobjekte schon vor der Verfahrenseröffnung freihändig verkauft wurden. Aufgrund der hohen Immobiliennachfrage kämen aktuell eine Menge Verfahren nicht zustande.

Besonders viele Zwangsversteigerungen gibt es in Chemnitz

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 25.740 Immobilien zur Zwangsversteigerung aufgerufen, mit einem Verkehrswert von 4,23 Milliarden Euro. Im Jahr davor wurde noch ein Verkehrswert von 4,85 Milliarden Euro verzeichnet — eine Abnahme um 13 %. Derzeit liegt der Verkehrswert pro Termin im Durchschnitt bei 164.000 Euro, was im Vergleich zu 2016 einem Plus von 5 % entspricht. In den Städten Chemnitz, Leipzig, Berlin und Zwickau finden noch immer die meisten Zwangsversteigerungen statt.

Anstieg der Zinsen und Regulierung der Kredite sorgen für das Geschäft

Erbschaftsverfahren und Scheidungsverfahren führten gemäß Argetra zu einem Anstieg von Zwangsversteigerungsterminen. Es wird erwartet, dass Zwangsversteigerungen als Folge von Kreditschwierigkeiten erst dann wieder ansteigen werden, sobald die Banken bezüglich Anschlussfinanzierungen eine Erhöhung der Zinsen aufrufen. Des Weiteren werde damit gerechnet, dass auch die Wohnkreditrichtlinie einen Beitrag zum Zwangsversteigerungsgeschäft leisten werde.

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