Durch die Einführung des Besteller-Prinzips sollte der Schutz von Immobiliensuchenden verbessert werden. Doch wie das neueste Urteil aus Karlsruhe zum Thema Maklerprovision zeigt, gibt es immer noch ungelöste Herausforderungen.

Die Hintergründe des Falls

In dem verhandelten Fall (Az:I ZR 5/15) hatten zwei Brüder das Haus ihrer, am 15. Februar 2011 verstorbenen Mutter, zu gleichen Teilen geerbt. Um einen Kaufinteressenten für eine Haushälfte zu finden, beauftragte einer der Brüder eine Maklerin, was auch am 3. März 2012 zum Erfolg führte. In dem dafür geschlossenen Maklervertrag wurde vereinbart, dass die Maklerprovision 29.750 € betragen sollte – auch im Falle des Vorkaufsrechts.

Am 11. Juni 2012 machte der zweite Bruder überraschenderweise von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch und erwarb den anderen Teil der Immobilie. Die Maklerin erhielt dafür allerdings keine Provision.

Eine Maklerprovision muss angemessen sein

Die darauffolgende Klage vor dem Bundesgerichtshof wurde abgewiesen, da die Maklerin aufgrund der Ausübung des Vorkaufsrechts in diesem Fall keinen Anspruch auf die Zahlung der vereinbarten Provision hätte. Zur Begründung führte das Gericht das überhöhte Maklerhonorar an, das dem Käufer nicht zuzumuten war.

Anders wäre es in den Augen der urteilenden Richter gewesen, wenn die Maklerprovision den regional üblichen Preisen (ca. 7 Prozent) der Kaufsumme entsprochen hätte. Doch mit 11,44 Prozent brutto läge diese weit über dem normalen Maß. Die Provision kann deshalb auch nicht auf das übliche Maß reduziert werden.

Tipp! Um derartige Konflikte zu vermeiden, empfehlen wir Verkäufern, sich vor der Beauftragung eines Maklers über die übliche Höhe der Maklerprovision in der Region zu informieren. Ein seriöser Makler wird in diesem Rahmen agieren und kein überteuertes Honorar verlangen!

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