Deutsche Firmen profitieren von dem Immobilienboom. Die Nachfrage nach Wohnungen treibt das Wachstum voran.

Nach einer Auswertung von Daten aus 19 europäischen Ländern erwartet die Forschungsgruppe Euroconstruct, dass das Bauvolumen in Europa in diesem Jahr um 3,5 % wachsen wird. Ein Ende des Wachstums ist vorerst nicht in Sicht, denn laut den Spezialisten soll die Bautätigkeit bis zum Jahr 2020 weiter steigen. Erwartet wird ein Anstieg um insgesamt 6 %. Euroconstruct hat erstmalig festgestellt, dass alle Mitgliedsländer ein Plus verzeichnen.

Es wird prognostiziert, dass der Bestand den Neubau ablöst

Noch treibt der Wohnungsbau den Markt an, mittelfristig wird allerdings der Tiefbau diese Rolle übernehmen. Es wird erwartet, dass der Tiefbausektor in den nächsten zwei Jahren um jeweils 4 % wachsen werde. Außerdem wird angenommen, dass zeitgleich die Neubaubranche vom Bau im Bestand überholt werden wird.

Die Bauunternehmen in Deutschland freuen sich über volle Auftragsbücher, aufgrund der blühenden Wirtschaft, niedriger Zinsen sowie der Nachfrage nach Immobilien. Die Unternehmen, die über 20 Angestellte haben, konnten im Monat September Aufträge für etwa 6 Milliarden Euro an Land ziehen. Im Vergleich zum Monat davor entspricht das einem Plus von 2,9 %. Das letzte Mal, dass die Betriebe eine derartige Menge an Neugeschäften erzielen konnten, war im September des Jahres 1999. Die ersten neun Monate in 2017 haben ein sehr gutes Bauhauptgewerbegeschäft verzeichnen können, mit einem Umsatz von 54 Milliarden Euro. Laut des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie wurde damit ein neuer Rekord erzielt. Es handelt sich dabei um den höchsten Wert der letzten 20 Jahre.

Rekordwerte

Der Wohnungsbau hat mit 10,5 % für das größte Plus beim Umsatz gesorgt. Dennoch haben sich die Aufträge in diesem Sektor um beinahe 13 % verringert. Zu den Gründen zählt der Mangel an Bauflächen sowie unzureichende Planungsamtskapazitäten. Dadurch verliert zudem der öffentliche Bau an Fahrt. Die Branche steuert für das gesamte Jahr den höchsten Umsatz der letzten zwanzig Jahre an.

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