Der deutsche Immobilienmarkt boomt. Laut der EY Studie „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt Deutschland 2015“ steigt die Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes auch in diesem Jahr weiter.

Das „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt“ beruht auf einer Umfrage, an der etwa 130 Investoren im Oktober und November 2014 teilnahmen. Zu den befragten Investorengruppen gehörten unter anderem Banken, Immobilienfonds, Wohnungsgesellschaften und private Investoren, die aktiv am Markt beteiligt sind. Insgesamt 96 % der an der Umfrage Beteiligten sprechen sich für die Attraktivität des Immobilieninvestment-Standorts Deutschland aus. Während 51 % der Befragten meinen, Deutschland sei ein attraktiver Standort, sind weitere 45 % davon überzeugt, dass die Bundesrepublik sogar sehr attraktiv für Immobilieninvestments sei. Insgesamt wird das Transaktionsvolumen voraussichtlich zwischen 50,0 und 54,0 Milliarden liegen und sich somit weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen. Das gute Marktumfeld wird von Investoren zunehmend auch für Verkäufe genutzt.

Weiterhin große Nachfrage nach Wohnimmobilien

Wohnimmobilien sind bei Investoren weiterhin stark begehrt. Über die Hälfte der Befragten gaben an, Ihren Investmentfokus weiterhin auf Wohnimmobilien zu richten. Von einer negativen Auswirkung der Mietpreisbremse auf die Renditen gehen 63 % der Investoren nicht aus. Viele sehen einen Trend zum Wohnungsneubau, der die Mietpreisbremse überflüssig macht. Als absoluter Favorit gilt Berlin. 21 % der befragten Investoren sehen die bundesdeutsche Hauptstadt als attraktivsten Standort für Investitionen in Wohnimmobilien, gefolgt von Hamburg, Köln, München, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart. Mit Preisrückgängen wird im Wohnimmobilienbereich nicht gerechnet. Vielmehr geht die Untersuchung von Preissteigerungen, vor allem bei Immobilien an A- und B-Standorten, aus. Selbst bei weniger attraktiven Standorten schätzen die Befragten die Kaufpreisentwicklung in Deutschland als positiv ein. Immobilien werden weiterhin als „sicherer Hafen“ für Anlagen gesehen. Allerdings gehen die Befragten davon aus, dass es zu preislichen Übertreibungen in einigen Ballungsgebieten kommen wird. Den steigenden Kaufpreisen stehen nach Einschätzung der Befragten allerdings rückläufige Neuvermietungsvolumina gegenüber. Auch die Differenz zwischen den geforderten Kaufpreisen und den Vorstellungen der Investoren nimmt zu, was die Transaktionszahlen negativ beeinflussen könnte.

Zunahme von internationalen Investments und Risikobereitschaft

Die Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes bleibt auch internationalen Investoren nicht verborgen. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland als Standort für Immobilienanlagen als sehr attraktiv ab. Ganze 87 % der Investoren geht davon aus, dass Deutschland im Fokus internationaler Investoren bleibt. Starke Konkurrenz wird zudem durch Kapital aus Asien erwartet. Andersherum suchen deutsche Investoren aufgrund höherer Renditeerwartungen alternative Immobilienstandorte im Ausland. Das Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt zeigt darüber hinaus, dass der Anteil an risikoreicheren Immobilieninvestments steigen wird.

Kaufpreissteigerungen bei Gewerbeimmobilien

Von den Preissteigerungen wird nach Einschätzungen der EY-Studie nicht nur der Wohnimmobilienmarkt betroffen sein. Eine positive Preisentwicklung wird auch in sekundären Büro- und Einzelhandelslagen erwartet. So gehen 45 % der Befragten davon aus, dass die Kaufpreiswicklung bei Büros in B-Lagen steigt. Büroimmobilien in A-Lagen werden von der Mehrheit als preislich gleichbleibend oder steigend bewertet. Bürofavoriten sind München, Hamburg und Berlin. Von der positiven Preisentwicklung sind zudem Immobilien des Einzelhandels betroffen. Für sie wird sowohl in A- als auch in B-Lagen eine steigende Kaufpreisentwicklung angenommen. Der Nutzungstrend geht beim Einzelhandel in Richtung Online-Angebote. Während klassische Warenhäuser von 90 % der Investoren als Auslaufmodell gesehen werden, geht die Mehrheit zudem davon aus, dass der Markt für Shoppingcenterflächen in den Innenstädten gesättigt ist. Skeptisch sind die Investoren bei Hotelimmobilien in unattraktiven Lagen. Der Hotelmarkt generell gilt als stabil. Die Mehrheit erwartet hier keine preislichen Veränderungen. Als Kriterium für eine Investition gilt bei der großen Mehrheit der Studienteilnehmer eine internationale Hotelmarke.

Ähnliche Beiträge