Energiesparen und Klimaschutz sind seit Jahren in aller Munde. Auch in der Baubranche soll immer energiesparender gebaut werden. Doch der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) warnt vor überhasteten Entscheidungen.

Bauverfahren sollen beschleunigt werden

In der vergangenen Woche tagte die Bauministerkonferenz in Magdeburg. In mehreren Tagesordnungspunkten ging es um ein wichtiges Thema: das Bauen von Immobilien vereinfachen und hierfür benötigte Genehmigungsverfahren beschleunigen. Hierzu soll die Musterbauordnung vereinfacht und so zu einer Art bundeseinheitlichen Vorlage für die Bauordnungen der jeweiligen Bundesländer werden. Zusätzlich soll die elektronische Kommunikation in der Bauverwaltung verbessert werden, was ebenfalls zu einer Beschleunigung von Bauverfahren führen würde.

Weitere Top-Themen der Bauministerkonferenz waren:

  • Kostenplanung für Hochschulbauten
  • die Aufgaben der staatlichen Hochbauverwaltungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen
  • eine Verbesserung des Hochwasserschutzes
  • die DIN EN 13814 für Fliegende Bauten
  • die Richtlinie der EU für Niedrigstenergiegebäude

Der GdW mahnt zu Besonnenheit bei der Umsetzung der Richtlinie 2010/31/EU

Vor allem die Umsetzung der Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ist seit Monaten eines der Top-Themen bei Debatten. Bis 2021 sollen alle Neubauten sogenannte Niedrigstenergiegebäude sein. Doch der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnt vor einer übermäßigen Verschärfung des Energieeinsparrechts – was angesichts der Herausforderung, schnell und viel, aber auch kosteneffizient und klimaschonend zu bauen, keine Lösung wäre. Stattdessen solle sich die Zeit genommen werden, einen Kompromiss aus modernen technischen Lösungen, CO2-Verringerung und Wirtschaftlichkeit zu finden.

Natürlich unterstützt der GdW die Zusammenlegung des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes und der Energieeinsparverordnung zu einem Gebäudeenergiegesetz, doch derzeit sei es nach eigenen Aussagen dringender, die Verankerung des Flächentyps „Urbanes Gebiet“, die Typengenehmigung und -prüfung in den Bauordnungen der Länder und eine einheitliche Musterbauordnung zu beschließen.

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