Seit 2006 können die Länder selbst über die Höhe der Grunderwerbsteuer entscheiden – was diese auch durchaus nutzen. In einigen Bundesländern ist es inzwischen üblich, dass der Steuersatz jährlich steigt. Dies nahmen Vertreter der Baubranche zum Anlass, eine Senkung zu fordern – doch das Bundesfinanzministerium hält dies für ausgeschlossen.

Die hohe steuerliche Belastung beeinträchtigt die Nachfrage nach Neubauten

Die Baubranche ächzt schon länger unter den steuerlichen Belastungen bei Neubauten, die einer Studie des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung zu Folge fast 20 % des gesamten Immobilienpreises ausmache. Dies sei einer der Hauptgründe für die zu geringe Nachfrage nach Neubauten, was in Zeiten steigender Immobilienpreise für Bestandsbauten ein großes Problem ist. Dabei ist das Interesse an Eigenheimen und Wohnungen groß, doch viele werden von der Summe der

  • Grunderwerbsteuer, die beim Kauf der Grundfläche anfällt sowie der
  • Mehrwertsteuer auf die Leistungen von Baufirmen oder der
  • Grunderwerbsteuer, die zusätzlich beim Kauf einer fertiggestellten Immobilie zu Buche schlägt,

abgeschreckt.

Zur Verdeutlichung gibt die Studie verschiedene Rechenbeispiele vor:

  • steuerliche Belastung für den Bauträger: 18,4 % (davon fallen 8,3 % auf die Grunderwerbsteuer) und
  • privater Bauherr: 11,9 % (davon 1,8 % Grunderwerbsteuer)

Falls es zwischenzeitlich noch einen weiteren Besitzer gibt, steigen die Steuerabgaben sogar auf 20,1 %, von denen allein die Grunderwerbsteuer 10,2 % beträgt.

Experten fordern niedrigere Steuersätze und Vorsteuerabzug

Um die Belastungen zu senken, fordern Experten wie der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung eine niedrigere Grunderwerbsteuer, wodurch die Kosten insgesamt deutlich sinken würden. Hierzu sei es wahrscheinlich erforderlich, den Anreiz für die Länder zu nehmen, die Steuereinnahmen fast vollständig behalten und umlegen zu können. Darüber hinaus sollte die Grunderwerbsteuer nur einmalig anfallen, wenn es eine Erwerberkette ist.

Bundesfinanzministerium lehnt derartige Forderungen ab

Leider stoßen derartige Vorschläge bislang auf taube Ohren beim Bundesfinanzministerium. Diese halten derartige Forderungen eher für eine Entlastung der Bauherren und Investoren, wodurch diese weiter Ihr Vermögen anhäufen könnten. Ein weiterer Grund für die Ablehnung ist die Annahme, dass es dadurch weiter zur Ausbildung von sogenannten Speckgürteln und Zersiedelungen käme.

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