Das Bieterverfahren gewinnt beim Kauf und Verkauf von Immobilien auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Wie genau es funktioniert, welche Vorteile und welche Nachteile es hat, wird in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Die Funktionsweise des Bieterverfahrens

Die Funktionsweise bei diesem Verfahren ist relativ einfach und läuft in der Regel immer ähnlich ab.

  1. Die Immobilie online stellen

Genau wie bei einer normalen Verkaufsanzeige ist es beim Bieterverfahren so, dass die Immobilie fotografiert, alle Vor- und Nachteile aufgezählt und dann eine Anzeige inseriert wird. So können online die Interessenten Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu der Immobilie erhalten.

  1. Auf das Bieterverfahren hinweisen

Anders als in der klassischen Verkaufsanzeige gibt es keinen festen Preis. Der Interessent soll selbst festlegen können, was er bereit ist, für die Immobilie zu bezahlen. In der Anzeige wird explizit darauf hingewiesen, dass es sich um ein Bieterverfahren handelt. Einige Verkäufer wünschen die Angabe von einem Mindestpreis. Das ist natürlich ebenfalls möglich.

  1. Der Termin für die Besichtigung

Je nach gewünschtem Zeitplan steht die Immobilie einige Zeit online und es können sich Interessenten melden. Für alle Interessenten gibt es dann einen Besichtigungstermin, der in Anspruch genommen werden kann. Hier ist es möglich, sich ein Bild von der Immobilie zu machen.

  1. Angabe der Bietfrist

Bei der Besichtigung wird in der Regel dann die Bietfrist genannt und die Interessenten können Gebote abgeben. Es gibt die Möglichkeit, nur ein Gebot abzugeben oder ein dynamisches Bieterverfahren zu wählen, wo die Gebote angepasst werden können. Dies wird zusammen mit dem Verkäufer entschieden.

  1. Die Entscheidung

Abschluss des Bieterverfahrens stellt die Entscheidung des Verkäufers dar. Dieser kann alle Gebote ablehnen oder sich für eines entscheiden. Anschließend geht es zum Notar für die Vertragsunterzeichnung.

Die Vorteile auf einen Blick

Das Bieterverfahren bringt einige Vorteile mit sich:

  • Sehr schnelle Abwicklung vom Verkauf – normalerweise werden mehrere Monate veranschlagt, das Bieterverfahren ermöglicht einen schnellen Ablauf beim Verkauf der Immobilie.
  • Wettbewerbsgedanke – die Bieter sehen die Konkurrenz und sind bereit, einen guten Preis zu zahlen. So lässt sich oft ein sehr guter Verkaufspreis erzielen.
  • Aufmerksamkeit – das Bieterverfahren weckt Interesse bei potentiellen Kunden und vergrößert so meist den Interessentenkreis.
  • Marktwert ermitteln – der Verkäufer oder Anbieter kann durch das Bieterverfahren sehen, wie der Marktwert seiner Immobilie ist.
  • Kein Risiko – der Verkäufer muss die Gebote nicht annehmen und kann sich am Ende auch ganz gegen den Verkauf entscheiden.

Die Nachteile auf einen Blick

Die Vorteile beim Bieterverfahren sind ein wichtiger Punkt, es gibt aber auch Nachteile, die zu bedenken sind:

  • Kein Verkauf – zu bedenken ist, dass der Verkauf einer Immobilie beim Bieterverfahren nicht immer durchgeführt werden kann. Zu geringe Gebote, der Rückzug von Geboten oder auch keine Interessenten sind mögliche Gründe für einen Abbruch.
  • Sammelbesichtigungen – die Individualität geht bei Sammelbesichtigungen verloren. Es ist nicht möglich, auf jeden Interessenten einzugehen.
  • Aufwand – auch wenn das Bieterverfahren an sich relativ gut strukturiert ist, bringt es auch viel Aufwand mit sich. Sowohl die Vorbereitung der Anzeige als auch die Sammelbesichtigungen und die Sichtung der Gebote brauchen Zeit.

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