In einem Streit um eine Badsanierung hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun sein Urteil gefällt. Der Kläger verlangte von den benachbarten Wohnungseigentümern eine Verbesserung des Schallschutzes, nachdem diese ihr Bad saniert haben. Bei einer Sanierung müssen jedoch nicht in allen Fällen die aktuellen und strengeren Grenzwerte zum Lärmschutz erfüllt werden, denn laut BGH-Urteil ist das Baujahr des Hauses entscheidend, um den gültigen Grenzwert zu bestimmen.

Darum ging es

Bei den Parteien handelt es sich um Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft einer im Jahre 1990 gebauten Wohnanlage. Die Wohnung der Klägerin befindet sich unter der Wohnung der Beklagten. In 2012 führten die Beklagten in ihrem Badezimmer Modernisierungsmaßnahmen durch. Im Rahmen dieser Modernisierung wurden sowohl alle Sanitärobjekte als auch der Fliesenbelag erneuert. Dabei wurde außerdem der darunterliegende Estrich komplett beseitigt und eine Fußbodenheizung eingebaut.

Die Klägerin war der Ansicht, dass sich durch diese Modernisierungsmaßnahmen der Trittschallschutz verschlechtert habe. Sie forderte nicht nur eine Wiederherstellung des Schallschutzes, sondern verlangte auch, dass der Schallschutz auf das Schallschutzniveau angehoben werden sollte, das in 2012, dem Jahr der Sanierung, gültig war.

Der Fall landete vor dem BGH.

Das Urteil: Der Umfang des Eingriffs in die Bausubstanz ist ausschlaggebend

Der BGH entschied nun in seiner Urteilsverkündung vom 16.03.2018, dass Miteigentümer nur einen Lärmschutz verlangen können, wie er vor den Sanierungsmaßnahmen bestand. Ein Anrecht auf eine Erhöhung des Lärmschutzes könne nur stattgegeben werden, wenn ein großer Eingriff in die Bausubstanz erfolgt. Dazu gehört beispielsweise ein Ausbau des Dachgeschosses. Ansonsten müsse lediglich der vorherige Zustand wieder hergestellt werden, so der BGH (Az.: V ZR 276/16).

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