Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) lautet, dass dem Vermieter eine Entschädigung gezahlt werden muss, die sich nach der aktuellen Marktmiete richtet, für den Fall, dass der Mieter trotz rechtmäßiger Kündigung die Wohnung nicht räumt.

Worum ging es im verhandelten Fall?

Die Mieter eines Einfamilienhauses in München wohnten seit dem Jahr 1993 in dem Haus. Ihre monatliche Miete betrug 1.050 Euro Warmmiete. Die Vermieter meldeten Eigenbedarf an und kündigten den Mietern zum 30. Oktober 2011. Allerdings zogen die Mieter erst viel später, nämlich zum 15. April 2013 aus. In diesem Zeitraum erhielten die Vermieter weiterhin die bisherige Miete, verlangten jedoch von ihren gekündigten Mietern, dass diese zusätzlich eine ortsübliche Neuvertragsmiete als Entschädigung zahlen. Der Fall landete vor Gericht und ein Gutachter, der vom Amtsgericht in erster Instanz beauftragt wurde, stellte fest, dass sich die Differenz nebst Zinsen auf 7.300 Euro belief. Laut Urteil müssen die einstigen Mieter diesen Betrag nun zahlen.

Was bedeutet das Urteil für Mieter?

Es könnten in Zukunft viel höhere Kosten auf Mieter zukommen, wenn sie trotz rechtmäßiger Kündigung nicht ausziehen. Das BGH hat in seinem Urteil entschieden, dass der Vermieter die Entschädigung ohne Erklärung rückwirkend geltend machen kann. Ob der Vermieter die Wohnung erneut vermieten möchte oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Für die Entschädigung gilt eine Orientierung an der Marktmiete.

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