Das Bestellerprinzip tritt ab 1. Juni in Kraft und nach wie vor sind sich viele Menschen unsicher, was dies nun eigentlich genau zu bedeuten hat. Während Makler um ihre Provisionen bangen, suchen Vermieter nach Möglichkeiten, die Kosten anderweitig umzulagern. Lediglich die Mieter atmen erleichtert auf und sehen vor allem die Ersparnis.

Abmahnungen werden durch das Bestellerprinzip erwartet

Mit dem Eintritt des Bestellerprinzips müssen Makler ganz besonders vorsichtig sein. Abmahnungen können bereits dann drohen, wenn der Makler nicht aufpasst, welchen Wortlaut er verwendet. Wer beispielsweise eine Wohnung oder ein Haus anbietet und hier mit dem Hinweis „provisionsfrei für den Mieter“ versucht, mehr Interessenten zu erhalten, der verstößt gegen das Gesetz. Ein solcher Beisatz kann als irreführende Werbung angeprangert werden, da es sich mit der Einführung des Bestellerprinzips nun um eine Selbstverständlichkeit handelt. Schließlich werden nun generell keine Provisionen für den Mieter mehr fällig.

Ebenfalls eine Abmahnung kann drohen, wenn ein Makler ohne einen Auftrag in Textform Provision verlangt. Wer bisher immer in den Anzeigen online oder in der Zeitung darauf hingewiesen hat, dass eine Maklerprovision fällig wird, der kann ebenfalls eine Abmahnung erhalten.

Gerade für Makler ist es also wichtig, dass diese sich mit den verschiedenen Vorgaben auseinandersetzen und so verhindern, dass die Änderungen durch das Bestellerprinzip zu Abmahnungen führen. Insbesondere für bereits bestehende Angebote ist eine Überarbeitung notwendig.

Die Widerrufsbelehrung für die Übernahme von einer Immobilie über einen Makler

Wenn ein Eigentümer einen Makler damit beauftragt, eine Wohnung oder ein Haus zu verkaufen oder zu vermieten, dann hat der Eigentümer das Recht darauf, durch den Makler eine Widerrufsbelehrung zu erhalten. Wie bei allen Geschäften ist es auch hier möglich, innerhalb einer gesetzlich vorgegebenen Zeit einen Widerruf durchzuführen und auf diese Weise vom Vertrag zurückzutreten. Das gilt sowohl für den Makler als auch für den Auftraggeber.

Bisher war es so, dass der Makler auch an einen potentiellen Mieter oder Käufer die Widerrufbelehrung weitergeben musste. Das musste auch dann geschehen, wenn dieser den Makler gar nicht beauftragt hat. Grund hierfür war, dass der Käufer oder Mieter in dem Fall die Provision getragen hat. Da dies durch das Bestellerprinzip nicht mehr der Fall ist, ist es hier auch nicht mehr notwendig, den Interessent über den Widerruf aufzuklären.

Anders liegt der Fall dann, wenn ein potentieller Mieter oder Käufer den Makler beauftragt, für ihn ein passendes Objekt zu finden. In diesem Fall wird der Mieter oder Käufer zu einem Auftraggeber und geht einen Vertrag mit dem Makler ein. Damit ist er ein Kunde und hat ein Recht auf die Belehrung zum Widerruf. Generell gilt: Die Belehrungen werden nur dann durchgeführt, wenn ein Kunde ein Verbraucher ist und der Vertrag in Form von Fernabsatz zustande kommt. Auch bei einem Vertragsabschluss außerhalb der Geschäftsräume eines Makler muss die Widerrufbelehrung dann durchgeführt werden.

 

Wen ein potentieller Mieter oder Vermieter den Makler also nicht beauftragt, kommt er nur für die Besichtigung sowie die Vertragsabsprache mit ihm in Berührung. Eine Bezahlung der Dienste des Maklers ist in keiner Weise hier notwendig.

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