Laut des Statistischen Bundesamts produziert der Bausektor mehr als die Hälfte des Abfallaufkommens in Deutschland. Bislang hat die Immobilienbranche beim Thema Recycling jedoch keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen. Experten sind allerdings der Ansicht, dass es nicht nur ökologisch Sinn mache, bereits bei der Planung vermehrt auf die Wiederverwertbarkeit der Baustoffe zu achten, sondern auch ökonomisch gesehen Vorteile bringen kann.

Durch Vorausplanung können Kosten gespart werden

Architekten seien sich beim Bau nicht immer darüber bewusst, welche Materialien tatsächlich recyclingfähig seien. Bei einem Gebäudeabriss fällt jede Menge Material an und in vielen Fällen lasse sich nur ein kleiner Teil davon wiederverwerten. Daher sei es den Experten zufolge wichtig, nach Möglichkeit schon während der Projektentwicklung auf die Recyclingfähigkeit zu achten, spätestens aber bei der Vorplanung.

Ressourcenschonendes Bauen bietet Vorteile

Bauherren, die schon von vornherein darauf achten, dass sie mit wiederverwertbaren Materialien bauen, haben später im Falle eines Abrisses weniger Kosten in Bezug auf die Entsorgung. Wenn bestimmtes Material verwertet wird, dann ist es sogar möglich einen Gewinn zu erzielen, wie es zum Beispiel mit Metallen der Fall ist.

Wer sich im Vorfeld über einen ressourcenschonenden Bau Gedanken macht, der erhält aber nicht nur bei einem Abriss Vorteile, sondern kann dadurch dafür sorgen, dass Reparaturen einfacher und kostensparender durchgeführt werden können. Das bedeutet beispielsweise, dass durch frühzeitiges Planen verhindert werden kann, dass für Reparaturen die Wände aufgestemmt werden müssen. Wenn nicht-tragende Fassaden eingesetzt werden, ist eine raschere Umrüstbarkeit möglich, falls beispielsweise neue gesetzliche Richtlinien beschlossen werden.

Immobilien befinden sich im stetigen Wandel und müssten daher flexibel gebaut werden. Es sei keine Seltenheit, dass Büros in etwa alle zehn Jahre einen Umbau durchleben und Geschäfte sogar rund alle fünf Jahre umgebaut werden. Auch für Wohnungen gibt es immer wieder neue Anforderungen, die sich jedoch aufgrund einer sehr verwinkelten Planung häufig nur schwer umsetzen lassen.

Ressourcenschonendes Bauen heißt auch schadstoffarme Materialien zu verwenden, die keine Krankheiten auslösen. Dadurch erhöht sich die Attraktivität für potenzielle Mieter.

Initiative für ressourcenschonende Bauwirtschaft

Trotz der ressourcenfreundlichen Möglichkeiten entstehen noch immer viele Gebäude, die spätere Sondermüllhalden bilden. So werden beispielsweise Verbundstoffe eingesetzt, die zwar vorübergehend den Bauprozess optimieren können, jedoch auf lange Sicht die Kreislaufwirtschaft auf negative Weise beeinflussen.

Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Politik haben im Jahr 2016 die Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft gegründet, mit dem Ziel recyclingfähiges Bauen zu fördern. Außerdem wurde der Urban Mining Student Award ins Leben gerufen, bei dem Studenten aufgefordert sind, ein Naturschutzzentrum zu konzipieren, das an der Blauen Lagune in Rheine, Nordrhein-Westfalen, entstehen soll. Für dieses Projekt sollen recyclingfähige Materialien verwendet werden und es soll eine flexible Gebäudestruktur entstehen, die bei Bedarf umgebaut werden kann. Damit der Energie- und Wasserverbrauch relativ gering ist, sollte die dafür verwendete Fläche so klein wie möglich sein. Preisgeld sind insgesamt 4.000 Euro und die Gewinner sollen im April 2018 ermittelt werden.

Deutschland hinkt beim Gebäuderecycling hinterher

Manche Länder sind Deutschland in Sachen Urban Mining und Gebäuderecycling schon einen Schritt voraus. So sei beispielsweise das Urban Mining in Österreich bekannter als in Deutschland, in der Schweiz werde im Betonbau ein bestimmter Anteil recyceltes Material eingesetzt und Taiwan verwendet beispielsweise recycelte PET-Flaschen für den Fassadenbau. Zudem gebe es diverse Länder, die aus Holz und Lehm und weiteren einfachen Naturmaterialien hochwertige Gebäude entstehen lassen können.

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