In Deutschland mangelt es an barrierefreien Wohnungen und das nicht zu knapp, denn laut des Berliner Projektentwicklers Terragon und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) fehlen mindestens 1,6 Millionen Wohnungen mit Barrierefreiheit.

Neubau vs. Bestand: Kostenvergleich der Barrierefreiheit

Eine Studie hat herausgefunden, dass nur mit Mehrkosten von rund 1 Prozent gerechnet werden müsse, um die Barrierefreiheit bereits beim Wohnungsneubau umzusetzen. Der Grund für die geringen zusätzlichen Kosten liege darin, dass Barrierefreiheit hauptsächlich eine Sache der Planung sei. Von 148 Elementen seien nur 10 mit tatsächlichen Kosten verknüpft. Dazu zählen beispielsweise die Hauszugänge und Aufzüge, Türbreiten, Bäder und schwellenlose Zugänge.

Gründe für den Mangel an barrierefreien Wohnungen

Die Prognosen zeigen, dass die deutsche Bevölkerung immer älter wird. Obwohl der Staat sich für eine ambulante Betreuung der Bedürftigen in ihren eigenen vier Wänden bemüht, da diese Variante kostengünstiger als die Unterbringung in einem Pflegeheim ist, gibt es nicht genügend Wohnungen, die den Bedürfnissen dieser Bevölkerungsgruppe in Sachen Barrierefreiheit gerecht werden. Lediglich 5 % aller Seniorenhaushalte befinden sich in einer Wohnung ohne Barrieren. Angst und Nichtwissen könnten ein Auslöser dafür sein, dass der Bau von barrierefreien Wohnungen nicht vorankommt. Auf der einen Seite tappen viele Menschen über die eigentlichen Kosten im Dunkeln und hegen die Befürchtung, dass die Mehrkosten stark ins Gewicht fallen. Und auf der anderen Seite bringt das Wort „barrierefrei” in manchen Fällen noch immer eine Stigmatisierung mit sich, was dazu führen kann, dass das Thema unter den Teppich fällt. Dabei seien barrierefreie Wohnungen nicht nur für Senioren und Menschen mit Behinderung wichtig, sondern machen es auch möglich, die Wohnung auf lange Sicht zu nutzen.

Die Lösung?

Zwang sei nicht der richtige Weg und könne zu mehr Widerstand führen. Von einer gesetzlichen Vorgabe zur Barrierefreiheit für Wohnungen raten die Experten daher ab, da dies unter anderem auch bedeuten würde, dass keine Maisonettewohnungen mehr gebaut werden dürften. Stattdessen müsse das Thema sanft angegangen und überlegt werden, ob und auf welche Weise Fördermittel dabei helfen könnten, mehr barrierefreie Wohnungen zu bauen.

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