In den letzten Monaten überschlagen sich die Nachrichten darüber, dass der Wohnraum immer knapper wird. Nun kam es sogar zur Wohnungsbau-Offensive, die dafür sorgen soll, dass der Bau von Wohnungen schneller und einfacher möglich ist. Diese Veränderungen machen deutlich, dass die Knappheit an Wohnraum immer mehr zunimmt.

Insgesamt 400.000 Wohnungen pro Jahr werden bis zum Jahr 2020 fehlen. Diese Zahl sorgt dafür, dass Bedenken über die Wohnraumsituation durchaus angebracht sind. Allein in Bezug zur Zuwanderung wird deutlich: Es muss etwas passieren. Nun sollen Aufstockungen dafür sorgen, dass mehr Wohnraum auch in Großstädten geschaffen werden kann.

Aufstockungen für mehr Wohnraum

Mehrfamilienhäuser sind gerade in Großstädten in einer großen Anzahl zu finden. Die aktuelle Idee ist es nun, mit Aufstockungen zu arbeiten. Das heißt, dass die bestehenden Häuser weiter ausgebaut werden. Im Fokus für diese Idee rücken vor allem die Immobilien, die ab dem Zeitraum von 1950 erbaut wurden. Bis hin zum Jahr 1990 können die Bauten für diesen Zweck genutzt werden. Hier wird das größte Kapital gesehen. Bereits wenn in insgesamt 580.000 dieser Häuser je eine weitere Etage gebaut wird, entstehen auf diese Weise rund 1,12 Millionen neue Wohnungen. Damit wäre zumindest für ungefähr drei Jahre die Nachfrage nach neuem Wohnraum gedeckt. Nun soll ein Bauprogramm des Bundes in Angriff genommen werden.

Vorteile für diese Art der Aufstockung gibt es viele. In erster Linie weist Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, darauf hin, dass für dieses Programm kein Bauland benötigt wird. Gerade das Bauland ist es, was immer wieder Schwierigkeiten mit sich bringt. Es ist nicht ausreichend Bauland vorhanden, um neue Wohnungen zu bauen. Zudem kann mit dem Konzept auch die bereits bestehende Infrastruktur genutzt werden. Es wird nicht notwendig, weitere Parkplätze zu bauen. Auch Kosten können eingespart werden. Vor allem die Kosten für Grundstücke und für die Erschließung können so gespart werden.

Mehr Planung von neuen Wohnungen

Die ansteigende Nachfrage sorgt dafür, dass auch immer mehr Wohnungen geplant werden. So wurden beispielsweise allein in Berlin im Jahr 2015 22.365 Wohnungen von den Ämtern genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von 16 Prozent. Ein Rückblick macht deutlich, dass die Zahlen für den Wohnungsbau langsam Dimensionen erreichen wie in den 1990er Jahren. Dies wird durch das Statistikamt mitgeteilt. Im Jahr 1995 lag der Höchststand bei den Genehmigungen für die Wohnungen bei rund 29.000 pro Jahr. Bis dahin ist zwar noch etwas Raum nach oben. Die Tendenz ist jedoch steigend. Ungefähr jede dritte Wohnung, die gebaut wird, soll als Eigentumswohnung weiter verkauft werden. Immer häufiger erfolgt nun der Ausbau von Dachwohnungen. Hier lag die Zahl der Genehmigungen im vergangenen Jahr bei 4.430. Auch das ist eine Steigerung zum Vorjahr, um immerhin fast die Hälfte. Auch bei den Bezirken wird deutlich, dass es hier Vorlieben gibt. Besonders viele Wohnungen wurden in Mitte und in Treptow-Köpenick geplant. Reinickendorf sowie Spandau liegen dagegen weiter hinten. Bereits seit mehreren Jahren zeigt sich, dass die Einwohnerzahl von Berlin stetig wächst. Rund 40.000 Menschen ziehen jedes Jahr in die Hauptstadt.

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