Beim Abschluss eines Mietvertrages einer Wohnung oder eines Hauses ist eine Mietkaution gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, allerdings durchaus üblich und erlaubt. Hier geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Mietkaution.

Was ist eine Mietkaution?

Bei einer Mietkaution handelt es sich um einen festgelegten Betrag, der vom Mieter an den Vermieter gezahlt wird. Dieser Betrag dient als Sicherheit des Vermieters für den Fall, dass sich Ansprüche aus dem Mietverhältnis ergeben. Dazu zählen in der Regel Mietausfälle oder Sachschäden.

Wie hoch darf die Mietkaution sein?

Die Höhe der Mietkaution ist verhandelbar, unterliegt jedoch einer Obergrenze. Bei Häusern und Wohnungen darf die Mietkaution drei Monatsmieten nicht übersteigen, wobei hierfür die Nettokaltmiete die Grundlage bildet. Zudem muss ein Vermieter eine Ratenzahlung erlauben. Laut Gesetz darf der Mieter die Mietkautionssumme in drei gleichen monatlichen Anteilen zahlen. Die erste Ratenzahlung muss zu Beginn des Mietverhältnisses erfolgen. Wenn beispielsweise die erste Miete am 01.10. fällig ist, dann ist dies auch der Stichtag für die erste Teilzahlung der Mietkaution.

Welche Anlageformen gibt es?

Gesetzlich wird keine bestimmte Anlageform vorgeschrieben, daher gibt es eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten die Mietkaution anzulegen. Dabei muss lediglich beachtet werden, dass der Vermieter laut Gesetz die Kaution getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen muss. Diese Regelung dient dazu, im Falle einer Insolvenz des Vermieters, die Mietkaution zu schützen. Die Anlageform kann von den Parteien vereinbart werden, jedoch besteht vonseiten des Mieters kein Anspruch auf eine spezielle Anlageform. Wenn der Vermieter mehrere Mietwohnungen besitzt, dann kann er die Mietkautionen der verschiedenen Mieter auch auf ein Sammelkonto einzahlen. Wichtig ist dabei aber, dass es sich um ein Treuhandkonto handelt.

  • Kautionskonto: Die Mietkaution wird auf ein dafür eingerichtetes Konto überwiesen. Der Vermieter hat die Pflicht, dieses Konto gesondert zu führen, damit es getrennt von seinem übrigen Vermögen und insolvenzsicher ist.
  • Sparbuch: Der Mieter zahlt die Mietkautionssumme auf ein Sparbuch ein und lässt es dann an den Vermieter verpfänden. Für die Rückzahlung der Kaution nach Ende des Mietverhältnisses muss der Vermieter das Guthaben für den Mieter freigeben.
  • Bankbürgschaft: Die Bank des Mieters bürgt für seine Bonität. Falls der Vermieter eine Zahlungsforderung geltend macht, dann steht die Bank für den Schaden bzw. Mietausfall ein.
  • Mietkautionsdepot: Hierbei handelt es sich um einen Investmentfonds. Das Guthaben, d. h. die eingezahlte Mietkautionssumme, muss dabei an den Vermieter verpfändet werdet. Ein Mietkautionsdepot bietet in der Regel attraktivere Zinsen als beispielsweise ein Kautionskonto oder ein Sparbuch.
  • Mietkautionsversicherung: Dies ist ein Versicherungsvertrag. Hierfür muss der Mieter die Kaution nicht in einer Summe auftreiben, sondern zahlt an einen Versicherungsanbieter eine jährliche Prämie. Dafür stellt die Versicherung eine Bürgschaftsurkunde aus, die der Mieter an seinen Vermieter aushändigt. Das Versicherungsunternehmen, das die Urkunde ausstellt, haftet per selbstschuldnerischer Bürgschaft.
  • Bausparvertrag: Auch ein Bausparvertrag kann als Mietkautionskonto verwendet werden. Im Falle eines Anspruchs vonseiten des Vermieters wird der entsprechende Betrag in Form einer Teilkündigung herausgelöst und der Bausparvertrag kann üblicherweise fortbestehen.

Wann wird die Mietkaution ausgezahlt?

Wenn das Mietverhältnis beendet ist, wird der Vermieter dazu verpflichtet, die gesamte Kautionssumme an den Mieter auszuhändigen, sofern keine Forderungen bestehen. Um die Ansprüche zu prüfen, hat der Vermieter in der Regel drei bis sechs Monate Zeit. Somit ist die Zahlung der Mietkaution spätestens nach sechs Monaten fällig. Für den Fall, dass innerhalb dieser sechs Monate noch keine Nebenkostenabrechnung vorliegt, kann der Vermieter einen bestimmten Betrag, nämlich in Höhe der erwarteten Nachzahlung, einbehalten und muss die restliche Kautionssumme an den Mieter zahlen. Bei der Rückzahlung der Mietkaution müssen auch die angefallenen Zinsen und Zinseszinsen an den Mieter zurückgezahlt werden.

Fazit:

Die Mietkaution und deren Höhe, die auf drei Monatsmieten begrenzt ist, muss im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart werden. Für Vermieter stellt dies eine sinnvolle Maßnahme dar, um sich vor eventuellen Verlusten aus dem Mietverhältnis zu schützen.

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