Die gute Nachricht lautet, dass Asbest heutzutage wegen seiner Gesundheitsrisiken in Deutschland und der EU verboten ist. Die schlechte Nachricht lautet, dass sich asbesthaltige Bauprodukte trotz des Verbots noch immer in Gebäuden befinden könnten, besonders wenn diese vor 1995 gebaut wurden.

Daher ist es wichtig, die Schadstoffe so früh wie möglich aufzuspüren und fachgerecht zu beseitigen.

Was ist Asbest?

Bei Asbest handelt es sich um eine mineralische Naturfaser, die sowohl eine hohe Beständigkeit gegen Hitze und Chemikalien aufweist, als auch gute Dämmeigenschaften besitzt. Dadurch war Asbest früher ein begehrter Baustoff.

Ein kleiner Streifzug durch die Geschichte der einstigen „Wunderfaser”

Ein griechischer Naturforscher namens Theophrast erwähnte Asbest bereits im 3. Jahrhundert in seinem Buch über Steine. Es war die Zeit, als die ewige Flamme, die auf der Akropolis in Athen loderte, einen Docht aus Asbest hatte. Gegenstände aus Asbest konnten sich damals nur sehr reiche Leute leisten. So berichtete später der römische Gelehrte Plinius der Ältere von Leichentüchern aus Asbestgewebe, die für Könige gedacht waren. Im Mittelalter war man sich nicht mehr über den Ursprung von Asbest bewusst und so glaubten die Menschen, dass Asbest Schuppen von drachenartigen Reptilien seien oder sogar noch abenteuerlicher: Federn des Phönix. In den 1820er Jahren wurden Asbestfasern dann dank ihrer feuerfesten Eigenschaften zu Feuerwehrkleidung verarbeitet. Nach und nach wurden immer mehr Produkte aus Asbest hergestellt, wie beispielsweise Wärmedämmungen für Dampfmaschinen, Fassadenverkleidungen, Rohre und Telefongehäuse.

Gesundheitsgefahren und Verbote

Asbest fand immer mehr Verwendungsmöglichkeiten und der erhöhte Verbrauch führte dazu, dass auch die gesundheitlichen Gefahren zunahmen. Da Asbest in der Lage ist, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich wiederum ihrer Länge nach weiter aufspalten, kann es leicht passieren, dass diese Fasern eingeatmet werden und lange in der Lunge verweilen, wodurch das Gewebe gereizt wird. Die Entdeckung der Krankheit Asbestose, bei der das entstandene Narbengewebe zu einer Verhärtung der Lunge führt, wurde schon um das Jahr 1900 gemacht und seit 1970 gilt die Asbestfaser offiziell als krebserregend. Spritzasbest wurde als erstes Asbestprodukt im Jahr 1979 in Westdeutschland verboten. Asbest befand sich zu diesem Zeitpunkt schon in mehr als 3.000 Produkten und nach weiteren Restriktionen galt in Deutschland dann schließlich seit 1993 ein generelles Asbestverbot, das sowohl für die Herstellung als auch für die Verwendung gilt. Auch innerhalb der EU ist Asbest seit 2005 verboten.

Vorsicht bei Asbestsanierungen

Wie gesundheitsschädlich die verwendeten Baustoffe sind, hängt davon ab, ob das Material aus schwach gebundenen oder aus fest gebundenen Asbestfasern besteht. Asbestzement enthält beispielsweise fest gebundene Fasern, und sofern er intakt ist, stellt es kein Risiko dar. Sobald die Produkte aus gebundenen Asbestfasern allerdings bearbeitet oder beschädigt werden, besteht die Gefahr, dass Asbestfasern in die Luft gelangen und eingeatmet werden, wodurch die Lunge schweren Schaden nehmen kann. Bauprodukte mit schwach gebundenem Asbest können dagegen selbst dann Asbestfasern freisetzen, wenn die Produkte gar nicht bearbeitet werden. Dies kann aufgrund von Alterungsprozessen oder Erschütterungen passieren. Zum fachgerechten Entfernen dieser Produkte sollten die Asbestrichtlinien genau befolgt werden und im Anschluss durch unbedenkliche Produkte ersetzt werden.

Was Sie tun können

Damit Sie eventuelle Asbestmaterialien leichter entdecken können, ziehen Sie den Herstellungszeitraum zurate sowie den Verwendungszweck. Wenn Sie sich nicht sicher sind, so besteht die Möglichkeit, verdächtiges Material analysieren zu lassen. Schwach gebundenes Asbest (wie beispielsweise Asbestpappe) sollte so rasch wie möglich entfernt werden oder staubdicht versiegelt werden. Diese Arbeit sollten Sie Profis überlassen, die über das erforderliche Know-how in der Asbestentsorgung verfügen.

Fazit: Selbst wenn Sie in Ihrem Zuhause Asbest vermuten sollten und sich der Verdacht bestätigt, so haben wir heutzutage das große Glück, dass es bewährte Verfahren gibt, um das Asbestproblem zu lösen. Engagieren Sie hierfür sachkundige Experten, um alle potenziellen Gefahren aus Ihrem Haus zu verbannen und sich in Ihren eigenen vier Wänden wieder rundum wohlzufühlen.

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