Nach Abschluss des Mietvertrages erhält der Mieter das Nutzungsrecht über die Wohnung. Was heißt das aber in Bezug auf die Tierhaltung? Nicht selten kommt es bei diesem Thema zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. In diesem Blogartikel erfahren Sie, welche Haustiere erlaubt sind, bei welchen die Zustimmung des Vermieters erforderlich ist und welche Tiere generell verboten werden können.

Kleintiere sind gestattet

Da Kleintiere in der Regel völlig unproblematisch sind, weder die Wohnung zerstören noch die Nachbarn stören, dürfen sie in der Wohnung gehalten werden. Die Haltung von Kleintieren fällt unter das Nutzungsrecht der Wohnung, wodurch der Vermieter es nicht verbieten darf. Zu den Kleintieren zählen beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen, Wellensittiche und Fische. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel und ob die Haltung erlaubt ist, kommt je nach Tier und Umständen auf den Einzelfall an. Für die einen sind Ratten zum Beispiel sehr süße und kluge Haustiere, in anderen wecken sie jedoch Ekelgefühle. Aus diesem Grund gab es bereits einige richterliche Haltungsverbote für Ratten. Auch bei Frettchen wurde bereits vereinzelt ein richterliches Haltungsverbot erwirkt, mit der Begründung, dass diese Haustiere Geruchsbelästigung verursachen und die Wohnung stark verschmutzen können. Ein Haltungsverbot gilt in Einzelfällen nicht nur für Nagetiere, sondern auch für manche Vögel, sofern diese zu viel Lärm verursachen.

Bei Katzen und Hunden kann es kompliziert werden

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, darf in bestimmten Fällen aber nicht in einer Mietwohnung gehalten werden. Das Gleiche gilt für Katzen. Wenn diese Vierbeiner aber Ihre Lieblingshaustiere sind und Sie gerne einen Hund oder eine Katze in der Wohnung halten würden, dann lautet die gute Nachricht, dass Vermieter es nicht generell verbieten dürfen. Laut eines Urteils des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2013 ist eine entsprechende Verbotsklausel im Mietvertrag ungültig. Dennoch müssen Mieter dabei Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen. Falls sich jemand durch das Haustier gestört fühlt, kann die Hunde- oder Katzenhaltung durchaus verboten werden. Das ist häufig besonders dann der Fall, wenn es sich um ein gefährliches Tier handelt. Vor der Anschaffung sollten Mieter vorher mit ihrem Vermieter sprechen, um Probleme zu vermeiden. Der Vermieter kann die Haltung verbieten, muss dafür allerdings triftige Gründe vorweisen.

Gefährliche Tiere erfordern Zustimmung des Vermieters

Neben den klassischen Haustieren wie Hund, Katze und Kaninchen halten exotischere Varianten immer mehr Einzug in deutsche Haushalte. So ist es nicht unüblich, dass auch Reptilien, Vogelspinnen oder sogar Würge- und Giftschlangen als Haustiere gehalten werden. Bei als gefährlich eingestuften Tieren muss vor der Zulegung immer die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Das Gleiche gilt für sogenannte Kampfhunde. Neben der Erlaubnis des Vermieters bedarf es aber auch einer Halteerlaubnis im Einklang mit den Landesstraf- und Verordnungsgesetzen. Diese Vorschriften gelten für gefährliche Tiere. Ungiftige und ungefährliche Schlangen dürfen hingegen generell in der Wohnung gehalten werden. Vermieter müssen, wie auch bei Hunden und Katzen, einen triftigen Grund angeben, wenn sie die Haltung verbieten wollen.

Mietvertragsklauseln

Im Mietvertrag können verschiedene Klauseln in Bezug auf die Haustierhaltung stehen, wovon allerdings nicht alle erlaubt sind. Hier eine Übersicht der üblichsten Klauseln:

  • Haustiere erlaubt. Hierzu zählen die gewöhnlichen Haustiere wie Kleintiere (deren Haltung wie oben erwähnt keine Zustimmung vom Vermieter erfordert) und auch Hunde und Katzen sowie Hausschweine. Ausnahme bilden gefährliche Tiere.
  • Hund und Katze nur mit Zustimmung des Vermieters. Diese Klausel ist erlaubt und der Vermieter ist dadurch in der Lage, je nach Fall zu entscheiden. Allerdings muss der Vermieter sachliche Gründe angeben, wenn er die Haltung verbieten möchte.
  • Haustiere verboten. Diese Klausel ist ungültig, da ein generelles Haustierverbot nicht gestattet ist.

Fazit:

Leider kann die Tierhaltung kompliziert sein. Generell ist es immer ratsam, vorher mit dem Vermieter zu sprechen, denn in manchen Fällen hat der Vermieter das letzte Wort. Besonders Hundebesitzer, aber auch andere Tierhalter, haben es in einer Eigentumswohnung natürlich leichter, da sie gar nicht erst um Erlaubnis fragen müssen. Wer also gerne mit Tieren zusammenlebt, der ist in einer Eigentumswohnung oder einem Eigentumshaus am besten aufgehoben.

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