Die Zahl der Auszubildenden aus dem Baugewerbe steigt. In 2017 haben in den ersten neun Monaten in ganz Deutschland 11.000 Auszubildende ihre Ausbildung auf dem Bau begonnen. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ist das ein Plus von 17 %.

Der größte Zuwachs ist in Berlin zu verzeichnen, wo 38 % mehr Azubis an den Start gingen. Aber auch in Hessen und Niedersachsen ist die Zahl der Azubis nach oben gegangen. In Hessen stieg die Zahl der Auszubildenden auf 720, was einem Plus von 36 % entspricht und in Niedersachsen stieg die Zahl auf 1.300, einer Erhöhung um 31 %. Die meisten Auszubildenden gibt es in Bayern und Nordrhein-Westfalen, mit je rund 1.900 neuen Azubis.

Gründe für den Anstieg seien laut Arbeitgeberverband unter anderem die florierende Baukonjunktur in den letzten Jahren, die guten Perspektiven für die Zukunft sowie die Ausbildungsvergütungen, die am Bau höher als der Durchschnitt sind.

Im Gegensatz zum Azubi-Plus ist die Zahl der ausbildenden Betriebe jedoch kaum gestiegen. Während es bei den Auszubildenden ein Plus von 17 % gab, ist die Zahl der Ausbildungsbetriebe um weniger als 3 % gewachsen, nämlich um rund 380 auf 13.600 Betriebe. Mit anderen Worten: von sechs Baufirmen bildet nur eine aus.

Personalbedarf noch nicht gedeckt

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat in einer aktuellen Erhebung herausgefunden, dass sich 77 % der befragten Baubetriebe besorgt um den Fachkräftemangel zeigen. Dies sei besonders bei größeren Betrieben der Fall, denn 89 % der Firmen mit mindestens 200 Arbeitnehmern bangen um die Deckung ihres Personalbedarfs.

Für das gesamte Jahr 2017 erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) etwa 13.000 neue Auszubildende im Bausektor. Diese Zahl entspricht rund 1.000 mehr Bau-Azubis als in 2016, wo es rund 12.000 neue Azubis gab. Allerdings übersteigt die Zahl der in Rente gehenden Arbeiter die Zahl der neuen Azubis, denn jährlich lassen sich etwa 15.000 gewerbliche Arbeitnehmer pensionieren. Da die Bauwirtschaft zudem positive Wachstumsprognosen hat — wodurch der Bedarf an Personal wachsen wird — wären wohl selbst 15.000 neue Auszubildende nicht genug, um den Personalbedarf zu decken.

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